Wesel: „Das Wunderbare im Alltäglichen“
zuletzt aktualisiert: 17.02.2007Wesel (RPO). Zusammen mit den Traumpaaren der Volksmusik gastiert Carolin Reiber nächsten Donnerstag in der Niederrheinhalle. Mit der bekannten TV-Moderatorin verbindet RP-Redakteur Klaus Nikolei ein besonderes Erlebnis. 1988 war er ihr als Page im Mainzer Hilton zu Diensten.
Mit 66 Jahren
Die am 2. November 1940 in München geborene Carolin Reiber arbeitet seit 1965 beim Fernsehen. Zunächst als Ansagerin, dann als Moderatorin. Sie ist verheiratet, hat zwei erwachsene Söhne.
Am Donnerstag, 22. Februar, erfreuen ab 19.30 Uhr „Die Traumpaare der Volksmusik“ in der Weseler Niederrheinhalle ihre Fans. Moderiert wird der Abend mit Judith & Mel, Stefanie Hertel und Stefan Mross sowie Marianne und Michael von Carolin Reiber (66). Mit der charmanten TV-Moderatorin, die nicht zuletzt wegen ihres akzentuierten, bayerisch rollenden Zungenspitzen-Rs bekannt wurde, verbindet RP-Redakteur Klaus Nikolei (40) ein ganz besonderes Erlebnis. Als Hotelpage des Mainzer Hilton erhielt er im Sommer 1988 von seinem Concierge den Auftrag, Carolin Reiber eine Schreibmaschine aufs Zimmer zu bringen. Ein Begegnung, die ihm dauerhaft in Erinnerung geblieben ist und über die er jetzt mit der bekannten Münchenerin sprach.
Hallo, Frau Reiber. Wir sind uns schon einmal begegnet. Vor 19 Jahren, als Sie in der Mainzer Rheingoldhalle fürs ZDF eine Sendung moderierten und im Hilton abgestiegen sind. Ich habe Ihnen damals eine Schreibmaschine aufs Zimmer gebracht und wurde von Ihnen in einem Negligee empfangen.
Reiber (lacht laut) Herr Nikolei, das kann nicht sein. Ich habe nie ein Negligee, also ein etwas durchsichtigen Teil, getragen. Das war gewiss ein Schminkmantel.
Auch gut. Aber ich erinnere mich noch ganz genau, dass Sie sehr freundlich waren und mir zudem noch fünf Mark Trinkgeld gegeben haben.
Reiber Ich war halt dankbar dafür, dass Sie mir die Maschine gebracht haben.
In meiner Zeit als Page habe ich Tausende Koffer geschleppt, Dutzende Nobelkarossen eingeparkt aber nur eine einzige Schreibmaschine befördert. Wofür brauchten Sie die damals eigentlich?
Reiber Ich habe sie benötigt, um meine Moderationstexte zu schreiben, um sie hinterher wirklich im Kopf zu haben. Mit Karten in der Hand oder mit dem Telepromter habe ich noch nie gearbeitet.
Ihre Tour führt Sie in 35 Hallen der Republik. Wo sitzen die treuesten Fans der Volksmusik?
Reiber Ich mache das jetzt zum dritten Mal. Und es ist immer wieder faszinierend, die Begeisterung des Publikums zu erleben. Besonders gerne, das muss ich sagen, bin ich in Köln und im Ruhrgebiet. Das Kölner Publikum ist gigantisch, reagiert auf jede Pointe. In der Köln-Arena geht jedes Mal die Post ab. Und auch im Ruhrgebiet sind die Menschen mit viel Herz dabei.
Köln ist bundesweit der Inbegriff des Karnevals. Zur närrischen Jahreszeit haben Sie ja auch eine ganz besondere Beziehung.
Reiber Ich war 1958 in München mit 17 die jüngste Faschingsprinzessin aller Zeiten. Mein Gott, damals war man ja noch ein Kind. Und der Oberbürgermeister musste noch sein Okay geben.
Besuchen Sie selbst Prunksitzungen?
Reiber Dazu haben wir keine Zeit, aber auf der Bühne verkleiden wir uns oft. Beispielsweise zu den Melodien aus dem „Weißen Rössel“, wo ich den Kellner Leopold und auch eine Putzfrau spiele.
Worauf freuen Sie sich nach dem Ende der Tournee am meisten?
Reiber Ich fahre alle zehn Tage nach Hause, um die Post zu erledigen, Wäsche zu waschen und meine Sendung beim Bayerischen Fernsehen zu moderieren. Eine große Freude macht mir mein Mann, wenn er selbstgebackenes Brot und frischen Tartar serviert. Dann sitzt man zusammen und erzählt.
Sie wirken nicht nur im Fernsehen, sondern auch jetzt im Gespräch so fröhlich und gut gelaunt. Sind Sie ein glücklicher Mensch?
Reiber Auf jeden Fall. Uns geht es doch auch hervorragend. Was ich nicht verstehe ist, wenn Leute bei Nichtigkeiten jammern. Da hat beispielsweise jemand Halsweh. Ja, mein Gott, darüber redet man doch nicht, da lutscht man paar Emser Pastillen und gut ist’s. Es ist doch auch gar nicht so schwer, froh zu sein. Denn Glück ist, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen. Das stammt leider nicht von mir, sondern von Pearl S. Buck, die 1938 den Nobelpreis erhalten hat. Ich würde mich übrigens freuen, wenn wir uns in Wesel beim Konzert wiedersehen.
Sehr gerne. Danke für die Einladung und das Gespräch.
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