Wesel: „Digitale Abrisse“: Werner Koleiskis künstlerische Wege
VON HANNE BUSCHMANN - zuletzt aktualisiert: 03.10.2006Wesel (RPO). Hier wird ein Einblick in eine Experimentierwerkstatt gewährt, so der erste Eindruck beim Betreten des Café Fehr. Die Wände sind sehr exakt mit Reihen oder Gruppen gleich großer Bilder behängt, die eigentlichen Darstellungen messen zehn Zentimeter im Quadrat, die schmalen schwarzen Rahmen um Bilder mit Passepartout haben 30 Zentimeter im Quadrat. Der erste Eindruck bestätigt sich schon beim ersten Rundgang. Gut, dass sich das Café dem Erkunden neuer künstlerischer Techniken, die neue Sichtweisen anregen, öffnet. Das Fehr ist ja längst etwas wie ein Kult-Ort.
Café Fehr
Unter dem Titel „Digitale Abrisse“ sind 59 Arbeiten von Werner Koleiski bis zum 30. Oktober im Café Fehr ausgestellt.
25 davon werden vom 24. bis 26. November in Essen in der Zeche Zollverein während der Messe „KunstQuadrate06“ zu sehen sein. Mit seinen Bildquadraten beschreitet Koleiski neue Wege.
Der zweite Gang hier entlang der Reihen zwingt zum Verweilen und zum gleichsam experimentellen Gucken, erstens weil der Weseler Kunst schaffende Diplom-Designer Werner Koleiski ein kleines Format gewählt hat, zweitens weil er eine ungewöhnliche Art von Perspektiv-Verfremdung vorstellt. Es sind Fotomontagen. Detail-Ansichten von Mauerecken, Plakatwänden, Textblöcken, Graffiti, die er fotografiert und auf normales Fotopapier übertragen hat. Darüber legte er eine Folie mit dem aufgedruckten selben Bildausschnitt. Die Folie jedoch nimmt die Farben anders an. Die so geschaffene Montage fixierte er und setzte sie in ein Passepartout hinter Glas und Rahmen.
Dreidimensionaler Raum
„Digitale Abrisse“ nennt Werner Koleiski seine Ausstellung. Wenn der Betrachter direkt vor den Bildern steht, bemerkt er vielleicht nur eine größere Tiefe und mehr Variationen in den Farben. Wenn er nur ein wenig von der Seite schaut, kann er in das Bild eindringen: Es öffnet sich gleich einem dreidimensionalen Raum.
Falls Balken oder Buchstaben in der ursprünglichen Abbildung sind, werfen diese von der Folie ihren Schatten auf den Untergrund. Wenn Pflanzen in die Darstellung hineinspielen, entstehen im Auge kompakte Büschel. Sehr interessant. Ruhe zum Anschauen ist nötig. Der Wunsch: diese Entwicklung in größeren Formaten weiterführen.
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