Wesel: „Flugzeugentführung“ war luftiger Tankvorgang
zuletzt aktualisiert: 07.01.2009Wesel (RPO). Der eiskalte Winter macht nicht nur auf glattem und gefrorenem Boden das Verkehrsgeschehen zu einem Abenteuer. Auch hochoben in der Luft sind abenteuerlich scheinende Schauspiele zu bewundern. Ein solches am glasklaren, blauen Himmel über Wesel fesselte gestern Dieter Kamper (65) aus Wesel so sehr, dass er sein Fernglas zur Hand nahm, ganz genau hinsah und er seinen Augen kaum traute.
Die Kondensstreifen konnte sich der 65-Jährige aufgrund der Kälte noch erklären. Nicht aber das, was sich durch die leistungsfähigen Gläser deutlich vor seinen Augen abspielte. „Eine vierstrahlige Passagiermaschine hat, aus südlicher Richtung kommend, eine weite Schleife in nordwestliche Richtung gezogen“, begann der erfahrene Segler seine Schilderung. Schon das Abweichen von der über Wesel üblichen geraden Fluglinie sei ihm eigenartig vorgekommen. Noch seltsamer sei das gewesen, was er im Schlepptau des Großjets ausgemacht habe.
Da nämlich seien „auf Tuchfühlung“ vier Kampfjets der Streitkräfte nicht von der Passagiermaschine gewichen. „Und mit ein wenig Abstand folgten wie in Lauerstellung drei weitere Militärmaschinen“, so Kamper. Der fühlte sich angesichts des rätselhaften Geschehens als Zeuge eines schlechten Films und dachte „durchaus im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte“ bereits an eine Flugzeugentführung. „Selbst wenn Obama in der Maschine gesessen hätte – was sollte es für einen Grund für eine so massive Flugbegleitung geben?“
Darauf hatte Richard Erhart von der Nationalen Lage- und Führungszentrale Sicherheit im Luftverkehr mit Sitz in Uedem, eine einfache Antwort: „Es handelte sich um eine Betankung im Flug.“ Für den Experten ein ganz normaler, „alltäglicher Vorgang“, den der Mensch am Boden aber nur ganz selten beobachten kann.
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