Wesel: „Gedopte“ Kameraden überführt
VON ANNIKA MATHEIS - zuletzt aktualisiert: 04.09.2006Wesel (RPO). Bei den traditionellen Frühschoppen der Weseler Bürger-Schützen gab es tiefgründige Einblicke ins Schützenwesen. Am Samstag unterhielten sie sich und andere mit Witz, gekonntem Gesang und spaßigen Spielen. Die RP hat die Kompanien und den Reiterzug besucht.
Eine echte Institution in Sachen Schützenfest ist der traditionelle Frühstücksmorgen am Samstag, den die einzelnen Kompanien mit viel Frohsinn, in guter Stimmung und mit Einblicken ins Schützenwesen an unterschiedlichen Orten feierten.
Die 1. Kompanie zog es, wie immer, in die Weseler Innenstadt. In diesem Jahr schlugen sie ihr Quartier auf dem Leyensplatz auf. Schließlich war dort viel Raum für ein Platzkonzert mit der Blasmusik Isselburg und dem Spielmannszug Lackhausen. Gewohnt bürgernah ließen die Kameraden der Ersten die Weseler an der Bestrafung von 25 Kameraden teilhaben: So wurden die Umstehenden Zeugen einer urkomischen Aktion. Reiner Stepputt, seines Zeichens Ehemann von Königin Martina, zwängte sich in ein schwarzes Hostessen-Kostüm. Seine Aufgabe: Den anderen Kameraden ganz fachmännisch Wesels Sehenswürdigkeiten zu erklären und für deren Wohlergehen mit dem einen oder anderen Pils zu sorgen. Conny Reinhard stand, während er beim Platzkonzert dirigierte, knöcheltief im Wasser. Und fühlte sich mit hochgekrempelter Hose und nackten Füßen sichtlich wohl.
Das taten auch die Kameraden der 2. Kompanie, die es sich auf der Terrasse des Hotel-Restaurants Hohe Mark gemütlich gemacht hatten. Unter dem Motto „Die zweite Kompanie sieht die Zukunft“ stand eine Kristallkugel im Zentrum des Geschehens.
Zukunftsprophezeiungen
Bataillonspreisträger Jörg Ruth als Medium entlockte dem dampfenden Ding so manches Orakel und die dollsten Prophezeiungen. Hartmut Enders nahm die Kameraden fast alle aufs Korn, schloss sie an den Lügendetektor an und entlockte ihnen nicht nur das eine oder andere Geheimnis, sondern auch so manchen Euro für die Kompaniekasse. Fahnenoffizier Manfred Betzinger hatte an diesem Morgen ganz schlechte Karten, gilt er doch, so zeigte es zumindest die Kugel, als Schrecken aller Baumärkte im Umkreis von 50 Kilometern. Um weite Wege zu ersparen, bekam der Heimwerker einen voll bepackten Werkzeuggürtel. Der dann auch noch prompt von den Hüften fiel – wenn das kein Omen ist.
Dass aktuelle Sportereignisse auch vor einem Schützenfest nicht halt machen, zeigte die 3. Kompanie im Landhotel Voshövel in Weselerwald. Die Weseler Anti-Doping-Agentur (WADA) mit ihren Mitarbeitern Uwe Bressiere und Rainer Hochstrat gab sich Mühe, potenzielle Dopingsünder der Dritten zu überführen. Dafür mussten die Kameraden einen Speicheltest über sich ergehen lassen. Mindestens acht von ihnen wurden als Dopingsünder ertappt. So stellte das Labor beispielsweise unwiderruflich fest, dass bei manch einem berufsbedingt hohe Konzentration von verbotenen Mittelchen nachweisbar sind. Malermeister Karl Breuer etwa hatte leider zuviel Kleister in der Blutbahn. Bergmann Ralf Heuken ging es ähnlich: Ihm wurde nachgewiesen, dass er jeden Tag eine hohe Dosis Koks vom Körper waschen muss.
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