Wesel: „Kinderheime schaffen auch Arbeitsplätze“
zuletzt aktualisiert: 17.01.2008Wesel (RPO). Die Forderung von Ulrich Richartz (CDU), über langfristige Auflösungsmöglichkeiten von stationären Einrichtungen in Wesel nachzudenken, um auf Dauer den aus dem Ruder laufenden Etat des Jugendamtes zu entlasten, sorgt im Evangelischen Kinderheim für Verwunderung. Mit Einrichtungsleiter Kai Eckert sprach RP-Redakteur Klaus Nikolei.
Herr Richartz beklagt unter anderem, dass der Stadt hohe Kosten entstehen, wenn Eltern aus dem Ruhrgebiet nach Wesel ziehen, deren Kinder hier in Heimen untergebracht sind.
Eckert Das kommt aber nur sehr selten vor. Außerdem muss man sehen, dass allein das Evangelische Kinderheim 150 Vollzeitstellen anbietet. Außerdem profitieren Handwerksbetriebe und Supermärkte von uns, weil wir ja hier leben und konsumieren. Wir als Träger können übrigens nichts dafür, wenn Eltern, deren Kinder irgendwo in der Republik in Heimen untergebracht sind, nach Wesel ziehen und die Stadt dafür zahlen muss. Ohnehin finden wir es unglücklich, dass unsere Kinder als „Sozialraumbelastung“ dargestellt werden.
Trotzdem: Es stellt sich die Frage, warum Wesel für Eltern von Heimkindern offensichtlich attraktiv ist.
Eckert Ich kann mir das nur erklären mit dem guten und preiswerten Wohnraum in Wesel. Mit der Fremdunterbringung von Kindern hat das überhaupt nichts zu tun. Aus meiner Sicht geht die Diskussion in eine völlig falsche Richtung.
Kennen Sie die Situation in anderen Einrichtungen der stationären Jugendhilfe?
Eckert Vom Mutter-Kind-Heim St. Josef weiß ich nur, dass dort vereinzelt mal ein oder zwei Personen, die das Heim verlassen haben, in Wesel bleiben. Und das meist auch nur vorübergehend. Andere Städte müssen auch mit ähnlichen Situationen klarkommen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




