Wesel: „Literatur im Keller“ mit „verbrannten Dichtern“
zuletzt aktualisiert: 19.08.2008Wesel (RPO). Am Mittwoch, 27. August, 19.30 Uhr, präsentiert das Kreisarchiv Wesel aus der Reihe „Literatur im Keller“ die fünfte Lesung. „Verbrannte Dichter“ ist diesmal das Thema, gelesen und präsentiert von dem Ensemble des Landestheaters Burghofbühne Dinslaken unter Mitwirkung von Iris Kunz, Andreas Mayer, Lief Scheele, Felix Gattinger, Anton Schieffer und Lars Helmer.
Vor 75 Jahren, genauer am 10. Mai 1933, drangen SA-Männer, NS-Studenten und Polizisten in private und öffentliche Bibliotheken ein, schleppten die von Adolf Hitler verteufelten Bücher auf die Straße und warfen sie auf den Scheiterhaufen. 25 000 Bücher wurden so in Berlin und anderen Hochschulstädten verbrannt, dazu wurden vorformulierte „Feuersprüche“ feierlich verlesen.
Erich Kästner, einer der „verbrannten Dichter“, schrieb später über diese makabre Zeremonie: „Es ist ein merkwürdiges Gefühl, ein verbotener Schriftsteller zu sein und seine Bücher nie mehr in den Regalen und Schaufenstern der Buchläden zu sehen. Man ist ein lebendiger Leichnam“. Texte dieser in Vergessenheit geratenen Dichterinnen und Dichter werden an diesem Abend im Kreisarchiv Wesel vorgetragen. Vom Ensemble der Burghofbühne Dinslaken werden Armin T. Wegner, Ernst Toller, Walter Hasenclever, Erich Mühsam, Walter Ehrenstein, Alfred Wolfenstein und Klabund zu Gehör gebracht. Aber auch die „unvergessenen“ wie Bertolt Brecht, Else Lasker-Schüler und Nelly Sachs dürfen natürlich nicht fehlen.
Die Burghofbühne ist ein seit über 50 Jahren aktives und äußerst erfolgreiches Haus, das auch noch die kleinsten, abgelegenen Gemeinden anfährt. Der Eintritt zum Vorleseabend beträgt fünf Euro; Voranmeldung nicht erforderlich.
Infos Kreisarchiv, Ina Tsoukalas, Reeser Landstraße 31 (Lieferanteneingang), Wesel, Tel. 0281 207-2821; marina.tsoukalas@kreis-wesel.de
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