Schermbeck: „Mr. Schermbeck“ geehrt
VON FRITZ SCHUBERT - zuletzt aktualisiert: 23.10.2007Schermbeck (RPO). Herausragende Verdienste um landschaftliche Kulturpflege: Helmut Scheffler, Lehrer, Schermbecker Chronist und langjähriger RP-Mitarbeiter, bekam vom Landschaftsverband den Rheinlandtaler.
„Archivbilder“
Schefflers jüngstes Werk, „Archivbilder Schermbeck“, wird am 31. Oktober im Rathaus vorgestellt und ist ab dann im Handel.
330 Fotos geben einen Eindruck vom Leben der Gemeinde. Deren Mitarbeiter Berthold Schmeink stielte das Projekt ein, führte Verhandlungen mit dem Sutton-Verlag (Bielefeld) und kümmert sich um die Vermarktung des 160 Seiten starken Buches.
Helmut Scheffler hat ein waches Auge für seine Umgebung. In Schermbeck und seinen Ortsteilen entgeht ihm nichts. Alles bringt er zu Papier. Auch als Mitarbeiter für die RP. Der 62-jährige Lehrer ist „Mr. Schermbeck“ und mehr. Denn der Orts-Chronist kann auch über den Tellerrand gucken. Seit 30 Jahren wirkt er mit einem nicht nachlassenden Engagement in Sachen Heimatkunde. Für herausragende Verdienste um die landschaftliche Kulturpflege (RP berichtete) bekam er gestern den Rheinlandtaler des Landschaftsverbandes. Natürlich in Schermbeck, natürlich im Beisein vieler Freunde und natürlich mit dem Versprechen, weiter zu forschen, zu sammeln und zu publizieren.
Helmut Scheffler genoss die Feierstunde im Rathaus sichtlich. Ebenso erging es seinen Gästen. Winfried Schittges, stellvertretender Vorsitzender der Landschaftsversammlung, setzte seiner Laudatio gleich einige Komplimente voran. Die Anreise an einem Bilderbuch-Herbsttag hatte ihm Spaß gemacht, der Ratssaal erinnerte ihn ans Pantheon in Rom. Und am Ende sagte er, dass er sich „gerne an Schermbeck erinnern“ werde.
Junges Trio in den Startlöchern
Solche Sätze taten der lokalen Prominenz um Bürgermeister Ernst-Christoph Grüter gut. Viel mehr noch dürfte sie der Auftritt von Stefanie Hindricksen, Andrea Neuenhoff und Miriam Zell gefreut haben. Die Realschülerinnen aus Damm brachten in einer Liebeserklärung an Schermbeck genau jenes Feld den Zuhörern nahe, das Helmut Scheffler seit drei Jahrzehnten beackert: Heimatgeschichte von den Römern bis heute. Wie Helmut Scheffler ließen die Mädchen auch unbequeme Wahrheiten nicht aus. Etwa, dass es für junge Leute kein Kino und schlechte Busverbindungen gibt, oder dass die Lösung der Verkehrsprobleme auf der Mittelstraße ein Dauerthema ist. Der Geehrte selbst sah in ihnen „in 20 Jahren“ würdige Nachfolgerinnen für sein Werk.
Helmut Scheffler empfand vor allem den „Perspektivwechsel interessant, einmal nicht mit Block, Stift und Kamera am Ort des Geschehens zu sein, sondern einmal auf der anderen Seite zu stehen. In seinen Dank schloss er all jene ein, die ihm bei seinen vielen Veröffentlichungen, Vorträgen und Archivarbeiten geholfen haben: die Familie, die Realschule Wesel Mitte, die Freunde um Herbert Gülker vom Heimatverein Gahlen und viele, viele mehr. Allen gab er in seiner Rede „ein Stück von der Medusa ab“. Das Haupt des Ungeheuer aus der antiken Mythologie ziert den Rheinlandtaler und soll Unheil abhalten. Vielleicht hilft es ja auch gegen allzu rigide Sparkurse in den niederrheinischen Archiven.
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