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Hamminkeln: „Wohnpark Klostermühle“: Büssow sieht wenig Spielraum

zuletzt aktualisiert: 18.08.2006

Hamminkeln (RPO). „Das Bauvorhaben Klostermühle ist möglich“, verkündete gestern Morgen auch Regierungspräsident Jürgen Büssow in der Pose eines Überbringers der frohen Botschaft. Am späten Nachmittag nahm sich der Chef der Bezirksregierung ein gutes Stück zurück. Da sprach er nur noch von einer „damals ins Auge gefassten geringfügigen Kompromisslösung“, über die verhandelt werden könne.

Büssow erinnerte an die denkwürdige Pressekonferenz vom 31. März in Wesel. Kein Wort davon, dass er damals launig den Technischen Beigeordneten im Hamminkelner Rathaus, Hans-Georg Haupt, als Schwarzes Schaf gebrandmarkt hatte, weil der Wohnpark mächtig ins Wanken geraten war. Haupt hatte früh die Annahmen des Überschwemmungsszenarios, Grundlage für die Änderung des Gebietsentwicklungsplans (GEP), in Frage gestellt.

Von Irrtum spricht Büssow natürlich nicht, auch wenn Haupt in dem Punkt rehabilitiert ist. Im Gegenteil: „Büssow löst Versprechen ein“, so der Titel der überarbeiteten Pressemitteilung. So schnell kann das gehen. Er habe in Wesel eindringlich die Gefahren von Hochwässern und aufsteigendem Grundwasser dargestellt“, stellte der Regierungspräsident fest.

Dass der Regionalrat nach Vorlage seiner Behörde Marienthal beim 100-jährigen Hochwasser als überschwemmt klassifiziert und den Gebietsentwicklungsplan geändert hat, sei vom Staatlichen Umweltamt Herten zu verantworten. Dessen Ergebnisse hätten der Entscheidung zugrunde gelegen. „Hätten wir trotz der Kenntnisse das Baugebiet zugelassen und die nun vorliegende Detaiplanung hätte die Überflutungsgefahr bestätigt, würden uns heute Vorwürfe treffen“, so Büssow am Abend.

Es hatte sich rausgestellt, dass bei der ersten, „eindimensionalen Berechnung“ die Geländeverhältnisse am Oberlauf der Issel und die Abspaltung eines Umflutkanals oberhalb Marienthals nicht zutreffend abgebildet werden konnten. Davon war später keine Rede mehr.

Nun ist zweidimensional gerechnet worden, basierend auf Eckdaten eines – später wurde „allerdings“ eingefügt – 30-jährigen Hochwassers. Die Methode habe die maßgebliche Bedeutung des Umflutkanals gezeigt, hieß es zunächst. Das hörte sich abends anders an: „Die Neuberechnung zeigt, dass weiter mit Wasser im Baugebiet zu rechnen ist.“ Bei der Klimaveränderung seien Überschwemmungen bei Extremhochwässern nicht auszuschließen. Wer nasse Keller vermeiden wolle, müsse angepasst bauen. Während es Büssow morgens bei dem Ratschlag beließ, erinnerte er später daran, dass Bauen „lediglich im Rahmen des notwendigen Eigenbedarfs“ in Marienthal möglich sei. Die Verhandlungen zur landesplanerischen Abstimmung für den Wohnpark Klostermühle werden schwierig.

Quelle: RP

 
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