Wesel: Berufskolleg: Wie in Brüssel über Energiepolitik diskutiert
VON CORNELIA KRSAK - zuletzt aktualisiert: 11.12.2007Wesel (RPO). Überall im Klassenzimmer hängen und stehen kleine Fähnchen. Sämtliche EU-Mitgliedsstaaten sind vertreten. Alle haben sich versammelt: die Abgeordneten des EU-Parlamentes, die EU-Kommission, Staats- und Regierungschefs, Lobbyisten und Medienvertreter. Wichtige Beschlüsse zur Europäischen Energiepolitik sollen ausgehandelt werden. Deutschland will sich verstärkt für erneuerbare Energien einsetzen. Frankreich hält mit Atomenergie dagegen. Andere wollen auch künftig nicht auf fossile Brennstoffe verzichten. Wird es zu einer Einigung kommen?
Eintägiges Planspiel kam gut an
„Herzlich willkommen in den Räumen des Europäischen Rates“, begrüßt Florian Aue die Anwesenden. Gemeinsam mit Kollegin Marlene Küster führte der Dozent vom Institut für prospektive Analysen (Berlin) ein eintägiges Planspiel zum Thema „Energie der Zukunft“ im Weseler Berufskolleg durch. Zwei Klassen der Jahrgangsstufe 12 der gymnasialen Oberstufe mit dem Fächerschwerpunkt Elektro-, Maschinen- und Bautechnik nahmen an dem Projekt teil, das vom Ministerium für Europaangelegenheiten des Landes NRW gefördert wird. „Es geht darum, dass Schüler am eigenen Leib erfahren, welchen Zwängen Politiker ausgesetzt sind und wie viel Arbeit hinter politischen Entscheidungen steckt“, erklärt Küster.
Die Schüler schlüpfen für das Planspiel in verschiedene Rollen, vom EU-Parlamentarier bis zum Staatschef oder Journalisten. Alles soll ganz genauso zugehen, wie in der richtigen Politik. Über mindestens sechs Maßnahmen aus dem Zwölf-Punkte-Katalog soll eine Einigung erzielt werden. Da Energiepolitik weitreichende Folgen für die Zukunft hat, werden in der sogenannten „Szenario-Werkstatt“ unterschiedliche Zukunftserwartungen durchgespielt. „Wir haben schon öfter Planspiele durchgeführt“, sagt Edith Brettschneider-Welter. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Winfried Rüth hat die Lehrerin das Planspiel im Unterricht mit den Schülern intensiv vorbereitet. Von der Methode ist die Pädagogin begeistert: „Es wird Verständnis dafür geweckt, wie kompliziert der europäische Entscheidungsprozess ist.“ So wird Politik auf lebendige Weise „erfahrbar“ gemacht.
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