Hamminkeln/Wesel: Betriebsamkeit an der Betuwe
VON BERNFRIED PAUS - zuletzt aktualisiert: 18.03.2009Hamminkeln/Wesel (RPO). Regionalrätin Gunhild Sartingen traf Bundesverkehrsminister Tiefensee. SPD-Bundestagsabgeordneter Dr. Ulrich Krüger sieht Fortschritt bei Lärmschutz. CDU und SPD in Hamminkeln entzweien sich – eine Schwächung.
Gefährliche Fronten
CDU-Fraktionschef Wolfgang Hüsken hat der SPD "Populismus" und "leere Worthülsen" beim Treffen mit Staatssekretär Großmann vorgeworfen.
SPD-Fraktionschef Manfred Winter konterte prompt und warf Hüsken vor, "von eigener Untätigkeit ablenken" zu wollen. Kommentar
Es ist Superwahljahr. Da entwickelt sich das Jahrhundert-Bauwerk Betuwe-Linie zum empfindsamen Seismographen für Erschütterungen in der Befindlichkeit des Wählers. Das politische Fieber steigt. In Hamminkeln scharmützeln umtriebige Genossen und ein textkritischer CDU-Fraktionschef Wolfgang Hüsken. Gestern meldete sich SPD-Regionalrätin Gunhild Sartingen nach einem Treffen mit Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Und schließlich übermittelte gestern SPD-Bundestagsabgeordneter Dr. Ulrich Krüger nach der Sitzung des Projekt-Beirates Betuwe "einen ersten Schritt in die richtige Richtung". Die Aktivitäten überschlagen sich, die Lage wird unübersichtlich. Ob's wirklich vorangeht, wird sich erst erweisen müssen.
Berlin "teilt Furcht" vor der Mauer
"Die Furcht der Menschen am Niederrhein vor meterhohen Lärmschutzmauern, die ganze Dörfer trennen, ist in Berlin angekommen und wird dort geteilt", sagte gestern Gunhild Sartingen nach ihrem Treffen mit Minister Tiefensee. Der habe sich zuvor auch anhand von RP-Artikeln ein Bild gemacht und grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, an die Strecke zu kommen.
Weil die Planung der Bahn AG als "wenig flexibel" und letztlich nicht akzeptabel betrachtet werde, arbeite das Tiefensee-Ministerium "mit Hochdruck an technischen Möglichkeiten, den Lärmschutz zu optimieren". Krüger nennt das "innovative umweltverträgliche Lösungen" wie Schienenstegdämpfer, Unterschottermatten ("mit und ohne Gabionen") sowie alternative Materialien für Lärmschutzwände. Während der Finanzexperte der SPD-Bundestagsfraktion "eine partielle Tieferlegung" der Schiene in Aussicht stellt, klingt der gewonnene Eindruck von Genossin Sartingen weniger zuversichtlich: "Hamminkeln ist überall" habe man auf den Wunsch nach einer Troglage für Mehrhoog entgegnet. Übersetzt: Bedient man den einen, hält der andere die Hand auf. Einen Tunnel zwischen Emmerich bis Oberhausen hält Berlin weiter für nicht finanzierbar.
Sartingen übermittelte den Willen Tiefensees, nach einer Übergangsfrist den Niederländern den Einsatz lärmender alter Loks und Waggons zu untersagen. Nicht verbieten könne er den Nachbarn, so Sartingen, Güterzüge auf die Schiene zu setzen. Denn das sei durch den Staatsvertrag geregelt. "Wir müssen schleunigst darauf drängen, dass das dritte Gleis samt Lärmschutz kommt", so die Marienthalerin. "Sonst gerät der Personenverkehr in Gefahr. Den Zug einer Alternativtrasse entlang der A 3 hält sie für abgefahren. "Das würde uns weit zurückwerfen."
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