Wesel: Betuwe-Initiative will Einigkeit
VON FRITZ SCHUBERT - zuletzt aktualisiert: 19.03.2009Wesel (RPO). "Nicht zerfasern, sondern mit einer Stimme das Beste beim Bahnausbau herausholen": Initiativen-Sprecher Gert Bork warnt vor einem Nebenkriegsschauplatz A 3-Trasse, der nur Zeit koste und Nachteile bringe.
Die Weseler Bürgerinitiative "Betuwelinie – So nicht !"sorgt sich um den Erfolg ihrer Arbeit. Ihr Sprecher Gert Bork, seit 17 Jahren mit der Materie befasst, mahnte gestern zur Einheit unter den Betroffenen von Emmerich bis Oberhausen. Hintergrund ist für ihn die unlängst beim Weseler Bürgertreff (WBT) wieder neu aufgekochte Forderung nach einer Alternativtrasse an der Autobahn. "Das ist der Gipfel", sagte Bork erbost, der gleichwohl die um Prof. Dr. Klaus Haerten (WBT) versammelten Kritiker gern auch in seinen Reihen hätte. Bork bedauerte, dass sein Angebot zur Vorinformation nicht angenommen worden sei.
Dienstag in Herz-Jesu
Der nächste Infoabend der Weseler Bürgerinitiative "Betuwelinie – So nicht !" mit Gästen findet am Dienstag, 24. März, statt.
Beginn ist um 19 Uhr im Jugendheim der Herz-Jesu-Kirchengemeinde in der Feldmark.
Gefahr: Nachbarn scheren aus
"Was soll heute anders sein ?", fragt Bork mit Bezug auf das Spiekermann-Gutachten von 2000 zur A 3-Trasse. Die klare Aussage bleibe, dass dort auf neuen Schienen ungestört der ICE rollen würde und die rumpelnde Güterzug-Schlange ohne Lärmschutz auf der alten Strecke. Die Einheit am Niederrhein, die bislang so viel bewirkt habe wie in kaum einer anderen Region Deutschlands, sieht der Weseler in Gefahr. Denn wegen der A 3-Diskussion würden Oberhausen und Dinslaken schon ausscheren wollen, Hünxe und Isselburg würden nun erst betroffen, in Hamminkeln mehr Menschen als jetzt leiden.
"Ein neues Gutachten für eine Alternative kostet Zeit und bringt Nachteile", sagte Bork. Er spricht von einem "Nebenkriegsschauplatz". Die Entscheidung "zwischen Pest und Cholera" führe zum Lärmschutz an der (alten) Ausbaustrecke. Und hier zeige sich, dass sehr wohl Zugeständnisse von der Bahn erkämpft werden können. Stück für Stück, aber immerhin. Bork hält es für wichtig, im Bundesverkehrsministerium weiterzukommen. Rad- und Gleistechnik, Mauergestaltung, Materialauswahl – alles sei am Ende eine Frage der Kosten und des zähen Verhandelns, um das Beste herauszuholen.
Dringend empfiehlt er der Stadt, eine Juristen ins Boot zu holen, der Anliegern wenigstens Auskünfte geben kann. Nachholbedarf gibt es für die Initiative in Lippedorf, wo bislang kein Schutz vorgesehen ist, und an der lärmigen Brücke über die Lippe. Und Bork will mehr: "Im Planfeststellungsbeschluss muss die Pflicht zum Nachrüsten stehen, wenn neue Techniken das Umfeld schonen können. Denn was macht einer, der nach zehn oder mehr Jahren Erschütterungsschäden an seinem Haus feststellt ?"
Anders sieht es Axel Pansegrau von der Mehrhooger Bürgerinitiative. Er forderte auf, heute an der Veranstaltung in Vrasselt teilzunehmen, wo ab 19 Uhr im Saal Slütter an der B 8 über eine A 3-Trasse diskutiert wird.
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