Wesel: Betuwe-Messstation: Erste Daten liegen vor
VON THOMAS HESSE - zuletzt aktualisiert: 08.09.2010Wesel (RPO). Öffentlichkeitswirksam wurden im Juni zwei Lärmmessgeräte an Häusern an der Abelstraße und am Mühlenweg installiert. Ziel: die Zugbewegungen registrieren, um in der Betuwe-Debatte belastbares Datenmaterial vorweisen zu können. Nun liegen erste Ergebnisse vor.
Sie sind noch relativ dürftig – und nicht gerichtsfest, sollte es zu juristischen Auseinandersetzungen mit der Bahn kommen. Wie der Vorlage für den nächsten Stadtentwicklungsausschuss zu entnehmen ist, wird die bisherige Datenbasis als "schmal und mit großem Interpretationsspielraum" gewertet.
Zweifelhafte Station Mühlenweg
Wochentags passierten zwischen 110 und 220 Züge die Messstellen. Am Wochenende waren es zwischen 100 und 170 Züge. Der Anteil der Güterzüge beträgt davon werktags zehn bis 110 Einheiten sowie 20 bis 90 am Wochenende. Die Bahn versucht die bestehende Strecke per Blockverdichtung – also engerer Zugfolge – auszulasten. Deshalb sind die jetzigen Werte wichtig zum späteren Vergleich. Frühere Zahlen gibt es nicht, eine Messung fehlte.
Wichtig für den Lärmschutz: Nachts von 22 bis 6 Uhr sind 66 bis 75 Prozent der schweren Güterzüge unterwegs. Die Lärmwerte sind schwierig zu bewerten. An der Abelstraße liegt der Schnitt der Lärmspitzen bei 91 Dezibel und der Mittelwert bei 54 Dezibel. Der Standort Mühlenweg erweist sich als zweifelhaft. Der Straßenlärm beeinflusst die Werte stark. Lärmdaten dieser Station werden nicht genannt, aber als "deutlich höher" als an der Abelstraße bezeichnet.
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