Wesel: Betuwe startet durch
VON SEBASTIAN LATZEL - zuletzt aktualisiert: 12.12.2007Wesel (RPO). Mit dem Fahrplanwechsel soll jetzt auch auf der Betuwe-Linie richtig Dampf gemacht werden. Seit Sonntag rollen dort 100 Züge pro Woche, bisher waren es gerade mal zehn. Doch noch sind die Veränderungen verträglich.
Menge verdoppeln
Auf der Betuwe-Linie werden Massengüter wie Kohle, Erze, Öl und Chemieprodukte sowie Container transportiert, bis spätestens 2010 soll der Anteil der über die Schiene transportierten Güter aus dem Hafen Rotterdam verdoppelt werden.
Im Zuge der Internationalisierung werden deutsche wie auch niederländische Lokführer grenzüberschreitend eingesetzt.
WESEL / HAMMINKELN Dem großen Startschuss folgte erst einmal das große Warten. Denn nachdem Königin Beatrix die Betuwe-Linie im Juni offiziell in Betrieb genommen hatte, tat sich auf der Strecke bislang wenig. Rund zehn Züge rollten über die neue Güterroute vom Rotterdamer Hafen Richtung Ruhrgebiet. Das hat sich seit Sonntag gravierend geändert: Jetzt sollen 100 Züge pro Woche diese Strecke benutzen.
„Es wird etwa 50 Züge in jede Richtung geben“, erläutert Miriam Leeflang, Sprecherin des niederländischen Streckenbetreibers Keyrail. Die derzeitigen Kapazitäten auf deutscher Seite würden dafür auf jeden Fall ausreichen, meint sie. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass der verstärkte Betrieb auf der Betuwe-Route nicht automatisch auch mehr Güterverkehr zwischen Emmerich und Oberhausen bedeutet.
Ende 2008 sind’s 50 Züge am Tag
Bisher sei der Verkehr auf niederländischer Seite über andere Strecken Richtung Grenze gefahren, jetzt würde der Güterverkehr jenseits der Grenze auf die Betuwe-Linie gelegt. Im Klartext bedeutet das: Es fahren zwar mehr Güterzüge auf der Betuwe in Holland, aber deshalb noch nicht auf deutscher Seite.
Das bestätigt auch Dr. Bruno Ketteler, Sprecher der Betuwe-Arbeitsgemeinschaft: „Im Moment ist der zusätzliche Betrieb auf der Betuwe in den Niederlanden für uns noch einigermaßen erträglich.“ Zwar werde es bereits jetzt teilweise zu längeren Schließzeiten kommen, aber die ganz große Veränderung auf der Strecke werde man momentan noch nicht spüren. „Derzeit geht es hauptsächlich um Kapazitätsverlagerungen auf niederländischer Seite“, erläutert der Reeser Bürgermeister.
Miriam Leeflang von Keyrail blickt bereits in die Zukunft. „Jetzt kommen 100 Züge die Woche, Ende 2008 werden es 50 pro Tag sein und im Jahr 2012 sollen 150 Züge am Tag fahren.“ Damit sei klar, dass zwischen 2012 und 2015 das dritte Gleis auf deutscher Seite fertig gestellt sein müsste. „Wir brauchen dann mehr Kapazitäten auch auf deutscher Seite.“ Auch Railion, die Güterbahn-Tochter der Deutschen Bahn, nutzt seit Sonntag die Betuwe-Route. Der erste mit Chemieprodukten und anderen Waren in Containern beladene Railion-Zug war von einem deutschen Lokführer von Rotterdam nach Oberhausen gefahren worden. Nach Angaben von Railion wird die Betuwe die Fahrzeit zwischen Rotterdam und dem Ruhrgebiet von 4,5 Stunden auf unter drei Stunden verkürzen. Zur Bedienung der Route rüstet Railion 22 Lokomotiven um. Geplant sei, künftig rund 60 Prozent des niederländisch-deutschen Schienengüterverkehrs über die Betuwe-Linie zu führen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




