Niederrhein: Betuwelinie: Unfassbar
zuletzt aktualisiert: 15.06.2007Niederrhein (RPO). Wouter Meijer vom niederländischen Sender NOS war nach Empel gekommen, um in Sachen Betuwelinie und Lärmschutz Stimmungen von deutscher Seite einzufangen. Im Gespräch mit RP-Redakteur Sebastian Latzel erläutert er, wie die Betuwe in den Niederlanden gesehen wird.
Hier werden Unterschriftenaktionen zur Betuwe gestartet, gibt es Widerstand auch in den Niederlanden?
Meijer Bei uns war es so, dass der Widerstand eigentlich Zug um Zug wuchs. Nachdem bekannt war, wo die Strecke verlaufen würde, meldeten sich immer mehr Interessenverbände zu Wort.
Mit welcher Folge?
Meijer Ganz einfach. Die Interessen wurden zufriedengestellt. Sie müssen sich mal überlegen: Allein für Tiere, für wildwissel wie wir sagen, sind 190 Unterführungen angelegt worden. Auch die Städte hatten Wünsche. In Barendrecht etwa, wo die Königin am morgigen Samstag die Strecke startet, wurde die Betuwe unter der Stadt durchgeführt. Obendrauf kam ein Park.
Wer hat das finanziert?
Meijer Der Staat. Die Kosten für die Betuwe sind dadurch von einer kalkulierten Milliarde auf 4,7 Milliarden Euro angewachsen. Dieses Geld wird die Strecke nie einspielen. Man muss sich schon anstrengen, um überhaupt die laufenden Kosten für die Betuwe wieder hereinzubekommen.
Sie sehen jetzt hier die Situation auf deutscher Seite.
Meijer Das ist einfach unglaublich. Hier wurde gar nichts gemacht. Kein Lärmschutz, keine Sicherheitstechnik. Unfassbar ist auch, dass es hier Halbschranken gibt, die man einfach umfahren könnte.
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