Wesel: Brennendes Haus flott gerettet
VON KLAUS NIKOLEI - zuletzt aktualisiert: 25.04.2009Wesel (RPO). Sirenenalarm in Wesel: Innerhalb kürzester Zeit hatte die Feuerwehr gestern Nachmittag einen Dachstuhlbrand an der Kanalschleuse im Griff. Nachbarn hatten Qual auf dem Balkon entdeckt. Die Bewohner waren nicht da.
Auf dem Weg nach Hause hatte sich die junge Frau über den Notarztwagen gewundert, den sie noch vorbeigelassen hatte. "Was will der denn bei uns in Emmelsum?" Wenige Minuten später wusste sie es: Der Notarzt und 38 hauptamtliche und ehrenamtliche Einsatzkräfte (Löschzug Obrighoven) der Weseler Feuerwehr waren zu ihrem Elternhaus an der Emmelsumer Straße unweit der Kanalschleuse geeilt.
Aus ungeklärter Ursache waren Gegenstände auf dem Balkon des Einfamilienhauses in Brand geraten. Die Flammen hatten schnell das überstehende Dach des Klinkerbaus erfasst. Aufmerksame Nachbarn bemerkten den Qualm gegen 16.54 Uhr und alarmierten die Rettungskräfte. Schon zehn Minuten später waren die ersten Wehrleute vor Ort, um den Kampf gegen die Flammen aufzunehmen. Nach fünf Minuten hatten sie alles im Griff. "Wenn wir aber fünf Minuten später alarmiert worden wären, hätten die Flammen sicher auf das Wohnhaus übergegriffen", zeigte sich Einsatzleiter Christoph Hegering erleichtert, dass schlimmere Schäden verhindert werden konnten.
Einsatz parallel
Kurz bevor die Wehr nach Emmelsum gerufen wurde, war sie auf dem Weg zu einer verschlossenen Wohnung, in der eine Person vermutet wurde. Als die Sirene ertönte, fuhr eines der beiden Fahrzeuge zum Großeinsatz am Kanal.
Scheibe eingeschlagen
Zu Beginn des Einsatzes gab es übrigens ein Problem: Zwar stand ein Auto auf dem Hof des Hauses, doch öffnete niemand die Tür. "Wir mussten die Scheibe der ausgebauten Dachgeschosswohnung einschlagen und nachschauen, dass sich wirklich niemand in den Räumen befindet", so Hegering.
Es war tatsächlich niemand zu Hause. Denn der 102-jährige Senior des Hauses befindet sich derzeit im Krankenhaus. Und seine Tochter hatte ihn dort besucht. So war es die Enkelin, die als erste eintraf und zunächst kaum fassen konnte, was sich da rund um ihr Haus abspielte. Eine Antwort auf die Frage der Polizei, wie es zu dem Feuer auf dem Balkon im ersten Obergeschoss kommen konnte, hatte sie nicht.
Wärmekamera gegen Glutnester
"Man muss ja am Ende noch froh sein, dass die Nachbarn so gut aufgepasst haben und nicht noch mehr passiert ist", sagte sie am Rande der Löscharbeiten.
Die meisten der 38 Einsatzkräfte rückten nach kurzer Zeit wieder ein. Um Glutnester aufzuspüren, die durch den heftigen Wind immer wieder für Funkenflug sorgt haben, setzte die Feuerwehr eine Wärmekamera ein. Die Polizei in Voerde, die die Ermittlungen aufgenommen hat, konnte bis zum Abend noch nichts zur Ursache des Brandes sagen. Die Ermittlungen dauern an.
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