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Hamminkeln: Brückenschlag über die Betuwe

VON BERNFRIED PAUS - zuletzt aktualisiert: 07.05.2010

Hamminkeln (RPO). Der Huckel über die Bahn bei "Mutter Busch" soll Sackgasse werden. Als Ersatz soll südlich um das Café eine Brücke gebaut werden. Die ist Teil der 1,4 Kilometer langen Spange L 480n inklusive Radweg und spannt sich über drei Gleise. Der Schienenstrang wird für Schnellzüge begradigt.

Endstation Wendehammer: Die Schranken am Bahnübergang "Mutter Busch" sollen für immer unten bleiben. Als Ersatz soll eine neue Straße gebaut werden, die Autos und Radler über eine Brücke über die Gleise führt.   Foto: RPO
Endstation Wendehammer: Die Schranken am Bahnübergang "Mutter Busch" sollen für immer unten bleiben. Als Ersatz soll eine neue Straße gebaut werden, die Autos und Radler über eine Brücke über die Gleise führt. Foto: RPO

Der Bahnübergang "Mutter Busch" soll Sackgasse werden. Die Uralt-Planung, weit vor der Betuwe auf den Weg gebracht, rückt näher und wird der Einstieg in den Ausbau der Güter-Strecke auf dem Stadtgebiet sein. Als Ersatz soll eine Spange gelegt werden, südlich um das Café herum. Über eine neue Brücke geht's dann für motorisierten Verkehr über den Schienenstrang. Radler auf der L 480 sollen bei der Gelegenheit erstmals eine eigene Spur bekommen. Kosten: ca. sechs Millionen Euro.

Der massive Eingriff zur verträglichen Gestaltung des Knotens zwischen Hochleistungszugstrecke mit der Landstraße muss aufwendig planfestgestellt werden. Nun ist das förmliche Verfahren im Rathaus angekommen. Auch der Landschaftsbeirat im Weseler Kreishaus wird Mitte Mai seine Stellungnahme abgegeben. Voraussichtlicher Baustart: Mitte 2012.

Info

17 geschützte Arten

Im Plangebiet kommen 17 besonders geschützte Tierarten vor. Fledermaus-Schutzzäune im Bereich der Brücke sollen "Kollisionsrisiken" mindern.

Zudem sollen vor der Fällung die Spalten von zwei Höhlenbäumen verschlossen werden, um "Individualverluste" der atemberaubenden Flieger zu vermeiden. Als Ersatz sollen sechs Fledermauskästen angebracht werden.

Auch die L 480n soll wie die Alt-Trasse mit Bäumen, vorwiegend Ahorn, bepflanzt werden, um Allee-Charakter zu bekommen.

Stadt will die toten Äste nicht

Die Planunterlagen liegen noch bis Dienstag, 11. Mai, im Rathaus aus. Der Planungsausschuss wird einen Tag später die Stellungnahme der Stadt verabschieden. Nach Lage der Dinge, wird die Politik keine grundsätzlichen Bedenken ins Feld führen. Dass die Stadt aber künftig die toten Äste der Landstraße zwischen neuer L 480-Trasse und dem geschlossenen Übergangshuckel in ihren Straßenbestand übernehmen soll, löst im Rathaus wenig Begeisterung aus.

"Wir sind not amused", formuliert Beigeordneter Hans-Georg Haupt mit abwehrendem Understatement. Er scheut die langfristigen Kosten, die mit dem Unterhalt der fürs Café und das Haus auf der gegenüberliegenden Seite des Bahndammes unverzichtbaren Erschließung verbunden sind.

Der Plan: Von der Einmündung Kastanienstraße macht die L 480n einen südlichen Bogen um "Mutter Busch", um am Heuweg auf die alte Trasse zu stoßen. Foto: RPO

Haupt sieht andere in der Pflicht. Bahn und Land seien schließlich Auslöser der Veränderung. Nicht nur weil die Betuwe den alten beschrankten Übergang zunehmend als undurchdringliche Mauer zementiert. "Außerdem will die Bahn die Kurve, die die Schiene hier macht, begradigen, um irgendwann bis auf Tempo 200 beschleunigen zu können", so Haupt.

Die L 480n – inklusive Radweg – beginnt östlich Höhe der Einmündung Westfeldweg/Kastanienstraße und schlägt einen 1,4 Kilometer langen, südlichen Bogen, bis sie westlich der Schiene Höhe Heuweg wieder auf die heutige Trasse stößt. Die Brücke selbst wird insgesamt 13,5 Meter – einschließlich Böschungen 50 Meter – breit und bis zu elf Meter hoch. Die Pläne sind angepasst an den dreigleisigen Ausbau der Bahnstrecke. "Das dritte Gleis, das auf der Ostseite liegen wird, passt drunter", so Haupt.

Engstelle Tövener Straße

Die Betuwe wird von der Bergerfurther Straße (K 19) an vierspurig. Das Überholgleis endet erst im Bahnhof Mehrhoog. Das dritte, also noch zu bauende Gleis, soll nun doch bis Sonsfeld auf der Ostseite bleiben, berichtet Haupt. Grund: Die B 8 soll nicht verlegt werden. "Für die Tövener Straße wird's nun verdammt eng", sagt Haupt. Pikanterweise ist die alte Erschließung des Wohngebietes nach vielen Jahren gerade hergerichtet worden.

Quelle: RP

 
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