Hamminkeln: Brüner Premiere
zuletzt aktualisiert: 24.10.2007Hamminkeln (RPO). Tag des Tischlers – ein Fazit
Erstmals hat sich die traditionsreiche Brüner Firma Hemsteg & Söhne (gegründet 1845) jetzt beim landesweiten Tag des Tischlers beteiligt und interessierten Gästen einen Blick hinter die Kulissen des Betriebs an der Rohstraße 40 gewährt. Im Gespräch mit RP-Redakteur Klaus Nikolei zog Firmenchef Wolfgang Hemsteg (47) gestern eine positive Bilanz.
Wie ist die Premiere gelaufen?
Hemsteg Ich kann nur sagen, dass sich der Aufwand, den wir betrieben haben, wirklich gelohnt hat. Mehrere hundert Gäste haben uns an den beiden Tagen besucht. Ein sehr gutes Ergebnis.
Woher kamen die Interessenten?
Hemsteg Natürlich aus Hamminkeln und Wesel, aber auch aus Essen und Düsseldorf.
Wie kommt es, dass man Sie dort kennt?
Hemsteg Wir arbeiten viel mit Architekten in Düsseldorf und dem Ruhrgebiet zusammen und fertigen in erster Linie individuelle Holzfenster und Türen. Wir machen Reparatur- und Wartungsarbeiten. Vieles läuft über Mundpropaganda.
Das Wohnbaufördergeld wurde gestrichen, deshalb weniger wird gebaut.
Hemsteg Dafür werden aber Gebrauchtimmobilien saniert und umgebaut. Wobei heute wieder mehr Wert auf den historischen Ursprung der Gebäude gelegt wird.
Was hat die Besucher am meisten interessiert?
Hemsteg Unter anderem sicherlich die Dokumentation, die den Weg vom Rohling zum fertigen Fenster zeigt. Was viele überraschte, war die Tatsache, dass wir Fenster und Türen selber fertigen. Und natürlich die Arbeit mit den modernen CNC-Maschinen. Viele waren überrascht, wie eine moderne Tischlerei aussieht. Mit Meister Eders Werkstatt hat das alles nichts mehr zu tun. Gut besucht war auch die Vorführung unserer Lehrlinge, die Schubladen gezinkt haben.
Wie viele Auszubildende beschäftigen Sie?
Hemsteg Drei, in jedem Lehrjahr einen. Für uns ist es selbstverständlich, dass wir ausbilden.
Viele Handwerksmeister beklagen, dass es immer schwieriger sei, geeignete Leute zu bekommen.
Hemsteg Es ist wirklich nicht leicht. Denn viele junge Leute machen sich völlig falsche Vorstellungen und bringen auch nicht die nötigen schulischen Voraussetzungen mit. Wer mit den modernen Maschinen umgehen will, muss rechnen, schreiben und lesen können. Wir stellen nur junge Leute ein, die vorher bei uns auch ein Praktikum gemacht haben und ins Team passen. Unser ältester Sohn Dennis macht übrigens auch eine Lehre beim Kollegen Hochstrat auf dem Fusternberg in Wesel.
Sind Sie nach dem erfolgreichen Auftakt beim nächsten Tag des Tischlers wieder am Start?
Hemsteg Auf jeden Fall.
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