Wesel: Bühnenhaus: Qualität bringt’s
VON THOMAS HESSE - zuletzt aktualisiert: 12.06.2007Wesel (RPO). Die Vielfalt der Kultur: Wesel leistet sich weiter ein umfassendes Programm. Freitag beginnt der Vorverkauf der Sonderveranstaltungen, Abos für die neue Theater- und Konzertsaison sind schon zu haben. Mit rund 30 000 Besuchern steht das Bühnenhaus weiterhin sehr gut da.
Ab Freitag
Der Vorverkauf für die Sonderveranstaltungen läuft ab Freitag, 15. Juni.
Weiteres Abos in den verschiedenen Kategorien können ab sofort erworben werden. Sie sind zu haben an der Theaterkasse im Centrum, Ritterstraße 12 bis 14, Telefonnummer 02 81 / 20 32 344.
Die Programmhefte liegen in vielen Institutionen und Geschäften aus. Der Spielplan als kleine Faltbroschüre gibt einen monatlichen Überblick über das Theater- und Musikprogramm Wesels.
Mit einem modernen Klassiker startet das Bühnenhaus in die Saison 2007 / 2008: Max Frischs Roman „Homo faber“ kommt in der Inszenierung des Burghoftheaters Dinslaken am 14. September als Theaterstück auf die Bühne. Programmmacher Paul Borgardts hat auf Bewährtes gesetzt, aber auch einige Neuerungen zu bieten. So bleibt zwar der Samstagstermin des quotenträchtigen Boulevardtheaters, aber die zweite Aufführung sonntags wird auf 18 Uhr vorverlegt. Gespart wird auch: Die Bereiche Boulevard und Schauspiel wurden um je eins auf Sechser-Abostücke reduziert.
Gagen gestiegen
Das ist auch eine Folge gestiegener Gagen, die gute Boulevardtheater heute kosten. Das funktioniert am besten, wenn bekannte Gesichter aus Film und Fernsehen in Wesel auftreten. Jörg Schüttauf, Diana Körner und Herbert Hermann sind beispielsweise dabei. Im Schauspiel ist die Mischung bunt und publikumswirksam vom Gerichts-Klassiker „Die zwölf Geschworenen“ bis zu Shakespeares „Wie es euch gefällt“.
„Suchen und herauspicken“ rät Borgardts beim Bühnenwelten-Programm, das man ebenfalls auf einen Schlag als Abo buchen kann. Im so genannten Studiotheater auf der Hinterbühne bruzzelt etwa der beliebte TV-Koch Horst Lichter „Kulinarische Gelichter“ (11. Januar 2008), „Jakob der Lügner“ als Erzähltheater nach Jurek Beckers großem Roman kommt am 15. Februar, und Peter Shub gibt „Für Garderobe keine Haftung“ (27. Oktober).
„Anker“ im Konzert-Abonnement mit vier Kammer- und drei Orchesterkonzerten ist die Neue Philharmonie Westfalen. „Es ist gut, sie an Wesel zu binden“, sagt Borgardts. Manchmal und in Wesel sogar oft gelingt es, aufstrebende Musikstars zu holen. Der Cello-Virtuose Danjulo Ishizaka ist so einer. Gerade wurde er im „Spiegel“ gefeiert, Wesel erlebt ihn am 16. November.
Ein Selbstläufer ist das Kabarett-Abonnement. Düsseldorfs Kom(m)ödchen, Wilfried Schmickler, Jürgen Becker und Gaby Köster sind nur einige bekannte Namen im Programm. Bei den Sonderveranstaltungen geht es beim „Schwarzen Schaf“ um preiswürdiges Nachwuchs-Kabarett. „Erzählerisches und Spielerisches“ favorisiert Borgardts beim Kindertheater.
Er hat offensichtlich ein gutes Händchen für Qualität. Während andere regionale Spielstätten zahlenmäßig einbrechen, hat Wesel weiterhin jährlich rund 30 000 Besucher im Bühnenhaus zu verzeichnen. Das soll so bleiben. Damit die Zuschauereinnahmen von 402 000 Euro wieder einen großen Batzen im Spiel-Etat von 634 000 Euro ausmachen.
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