Wesel: Bürgerforum: Zweifel an Abstimmung
VON KLAUS NIKOLEI - zuletzt aktualisiert: 14.03.2009Wesel (RPO). Helmut Conrads, Beisitzer im Vorstand des Lackhausener Bürgerforums (165 Mitglieder) und gleichzeitig Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Obrighoven-Lackhausen erhebt schwere Vorwürfe gegen den Forums-Vorsitzenden Günter Ohletz.
Während der Mitgliederversammlung des Forums Donnerstagabend im PSV-Vereinsheim wurde nach heißer Diskussion über den möglichen Standort der von Ohletz angeregten Konrad-Duden-Büste abgestimmt. Der Vorschlag Conrads, auch über den Standort Hotel Haus Duden abstimmen zu lassen, wurde letztlich zwar akzeptiert. Doch hatte Ohletz mehrfach deutlich gemacht, dass Sponsor Verbands-Sparkasse diesen Standort "nicht akzeptiert, weil es sich um ein Privatgrundstück handelt". So fand sich bei der öffentlichen Abstimmung eine deutliche Mehrheit (41) für das "Duden-Dreieck" an der Julius-Leber-Straße gegenüber von Edeka Komp (siehe Foto). Fürs Hotel votierten 16 der knapp 70 Stimmberechtigten.
Conrads wollte es gestern Morgen genau wissen und bat Parteifreund Rudi Spelmanns um Kontaktaufnahme mit der Sparkasse. Dessen Vorstandsvorsitzender Ulrich Bussing erklärte der RP auf Anfrage, dass man intern den einen oder anderen Standort bevorzugen würde. Davon, dass man das Hotel Haus Duden nicht akzeptiere, sei aber nie die Rede gewesen. "Wir nehmen keinen Einfluss auf eine demokratische Entscheidung in Lackhausen." Im Forum sei es zu einer Abstimmung gekommen, "die von uns so nicht gewollt wurde", betont Bussing, der Ohletz allerdings für dessen Engagement lobt. "Er ist der Ideengeber der Büste.
Gleichwohl bin ich für eine demokratische Abstimmung innerhalb der Bürgerschaft Lackhausens." Von Spelmanns über die Aussage Bussings informiert, zeigt sich Conrads gestern fassungslos. "Das ist schon starker Tobak. Damit ist die ganze Abstimmungsnummer zu einer Farce verkommen." Conrads ist im nachhinein froh, dass er pro forma den Standort Hotel ("Viele in Lackhausen würden das Geburtshaus von Duden bevorzugen") ins Spiel gebracht hatte. "Wer weiß, wie die Abstimmung ausgegangen wäre, wenn der Standort an der Julius-Leber-Straße und am Hotel gleichberechtigt gewesen wären", sagt Conrads.
Kommt es zu einer Neuauflage?
Stellt sich jetzt die Frage, wie das unter diesen Umständen herbeigeführte Abstimmungsergebnis zu werten ist. Denkbar, dass im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung erneut über den Standort abgestimmt werden muss. Schützen- und Gesangsverein werden ebenfalls über das Thema diskutieren. Am 20. März wollen sich die Vorstände aller drei Vereine auf einen Standort einigen.
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