Hamminkeln: Cara lässt das Zelt brodeln
VON CORNELIA KRSAK - zuletzt aktualisiert: 06.08.2010Hamminkeln (RPO). Das Quintett Cara präsentierte beim Marienthaler Abend zwei neue Gesichter. Die Gruppe überzeugte mit temperamentvoller Musik und witzigen Ansagen. Das Publikum konnte gar nicht genug bekommen.
Für die Veranstalter der Marienthaler Abende kam der Supersommer eindeutig ein paar Wochen zu früh. Vier von sechs Veranstaltungen mussten bislang wegen schlechten Wetters im lila Kulturzelt stattfinden. Für die engagierten Helferinnen und Helfer vom Kulturkreis Marienthal ist das schade, denn Open-Air-Veranstaltungen auf dem Klosterplatz bedeuten immer auch, dass mehr Karten verkauft werden können. Die Folkband "Cara" hätte mühelos ein vielfach größeres Publikum von den Stühlen gerissen, als ins ehemalige Zirkuszelt hineinpassen.
Das Quintett brachte die "Bude" im wahrsten Sinne zum Brodeln. Fans der Gruppe fielen sofort zwei neue Gesichter auf. Frontfrau Gudrun Walther klärte das Rätsel auf und stellte Jeana Leslie (Gesang, Piano und Geige) und Ryan Murphy (Pipes, Flute und Whistles) als neue Bandmitglieder vor. "Alte Hasen" im Team sind neben Sängerin und Geigerin Gudrun Walther Jürgen Treyz (Gitarre) und Rolf Wagels (Bodhrán).
Unterhaltsame Panne
Die temperamentvolle wie gefühlvolle Musik und die witzigen Kommentare der Musiker machten das Besondere des Abends aus. Dass es gleich zu Beginn des Konzertes eine kleine Panne gab, als Jürgen Treyz eine Gitarrensaite riss, er beim Versuch zu wechseln einen "Stöpsel" verlor und minutenlang suchen musste, tat der guten Stimmung keinen Abbruch.
Zur Überbrückung der Zwangspause wurde ein kleiner Werbeblock für die aktuelle CD eingeschoben, und danach ging es munter weiter mit schwungvollen Reels und Jigs sowie wunderschönen Balladen. Die Gruppe spielte überwiegend eigene Stücke, aber auch Lieder aus Irland und Schottland. Die Lieder erzählten so verrückte Geschichten wie die von einem "fliegenden Sofa", das auf der Heimfahrt von einem schwedischen Möbelhaus verloren ging. Von zwei Frauen, die im 18. Jahrhundert, als Piraten verkleidet, die Meere unsicher machten. Oder von der bösen Stiefmutter, die einen kleinen Jungen vergiftete und dafür schließlich am Galgen endete. "Die schottischen Lieder sind immer die grausamsten", erklärte Fudrun Walther. Den düsteren Balladen der Highlands stellten die Musiker Eigenkompositionen mit glücklichem Ende gegenüber.
Bei "Cara" durfte der Seemann von seiner fernen Reise am Ende zur geliebten Frau daheim zurückkehren. Lebensfreude pur kam in den schnellen Tänzen zum Ausdruck, von denen das Marienthaler Publikum gar nicht genug bekommen konnte.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




