Hamminkeln: CDU will über Lidl im Dorf mit sich reden lassen
zuletzt aktualisiert: 27.05.2008Hamminkeln (RPO). CDU-Fraktionschef Wolfgang Hüsken hat bei der Mitgliederversammlung seiner Partei Gesprächsbereitschaft über den Bebauungsplan an der Brüner Straße signalisiert. Hier soll durch den Verkauf der Noch-Sportplatzflächen an Häuslebauer die neue Sportarena im Mühlenrott finanziert werden. Bislang hatte die CDU die Ansiedlung eines Discounters am Ost-Tor zum Dorf blockiert. Bürgermeister Holger Schlierf hat allerdings – wie berichtet – Bewegung beim Interessenten in Gestaltungsfragen ausgemacht, so dass er das Thema erneut auf die politische Tagesordnung setzen möchte. Es gelte zwar weiter die Linie „kein Supermarkt ins Wohngebiet“, so Hüsken: „Aber wenn der Bürgermeister veränderte Rahmenbedingungen sieht, werden wir die Gesprächsbereitschaft nicht versagen.“
Außerdem bekräftigte der Landtagsabgeordnete die Notwendigkeit zum Ausbau der Betuwe-Linie. „Dazu gibt es keine Alternative.“ Der sei nicht nur als wichtige Anbindung Wirtschaftsregion an den Seehafen Rotterdam unverzichtbar, sichere Jobs und Wirtschaftskraft. Die Pendler in Hamminkeln seien auf einen reibungslosen Nahverkehr auf der Schienenstrecke ins Ruhrgebiet angewiesen. Für Mehrhoog gelte weiter die Forderung nach der so genannten Troglage für die Bahn. Sollte die nicht umsetzbar sein, müsse die im Bebauungsplan bereits lange ausgewiesene Unterführung der Bahnhofstraße – im südlichen Schwenk der heutigen Linienführung – greifen. In der Debatte um den richtigen Lärmschutz mahnte Hüsken realistische und seriöse Forderungen an.
Betuwe: Keine Hektik!
Für den Kreistagsabgeordneten Udo Bovenkerk macht es momentan wenig Sinn, in großer Aufgeregheit von der Bahn zu fordern, „in den Keller zu gehen“. Wegen der enormen Kosten werde die Bahn AG gegen Jahresende kaum mit einer Troglage ins Planfeststellungsverfahren gehen, so Bovenkerk. Erst mit dem Start des großen Baugenehmigungsverfahrens sei Zeit und Ort für die Stadt gekommen, ihre Vorstellungen von Lärmschutz in Mehrhoog deutlich vorzutragen. „Dann aber brauchen wir gute Argumente“, so Bovenkerks Appell zur entschiedenen Sachlichkeit.
Er stellte klar, dass vor Ort „niemand an der Troglage rütteln“ wolle. Um die am Ende aber durchzusetzen, brauche die Stadt „einen langen Atem“, so der Kreispolitiker, der sagte: „Wir können den Bürgern nichts versprechen, aber wir können dafür kämpfen.“
Unterdessen formiert sich in Mehrhoog der Widerstand gegen das Schreckensszenario meterhoher Lärmschutzwände, die das Dorf teilen würden. Die Bürgerinitiative „Betuwe – So nicht !“, um die es lange still war, hat nach RP-Informationen Kontakt zu Parteien und andernen relevanten Gruppen im Dorf aufgenommen. Sie will eine konzertierte Aktion schmieden, die Belange des Ortes nachhaltig in die Planung einzubringen.
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