Wesel: Christmette sucht Herberge
VON GERD HEIMING - zuletzt aktualisiert: 18.12.2007Wesel (RPO). Das Ende nach 16 Jahren: Die beliebte Christmette im Stall findet zum letzten Mal auf dem Hof Rohler statt. Weil eine Zusage für die nächsten Jahre fehlt, hält der BDKJ Ausschau nach einer neuen Unterkunft – bisher vergeblich.
„Der Letzte macht das Licht aus?!“ So lautet in diesem Jahr das Motto der Christmette im Stall von Karl-Heinz Rohler in Lackhausen. Der Leitspruch bezieht sich auf das Thema Klimawandel, unter den der BDKJ-Stadtverband die beliebte Heiligabend-Veranstaltung diesmal gestellt hat. Das Motto taugt aber auch, um das Aus für die Christmette mit der einzigartigen Atmosphäre zu beschreiben. Denn Rohler hat klargemacht, dass es ihm nach 16 Jahren zu viel geworden ist, außerdem hat er den Stall inzwischen weiterverpachtet.
„Wir haben das ganze Jahr nach einem anderen Stall gesucht, aber ohne Erfolg“, sagt Andrea Behrendt vom Bund des Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Entweder wäre es nicht möglich gewesen, wie in Lackhausen rund 500 Menschen unterzubringen, oder die Besitzer hätten keine Neigung gezeigt, ihren Stall Heiligabend um 24 Uhr zur Verfügung zu stellen. Überlegungen, die Mette ohne schützendes Dach am Rhein, auf dem Flugplatz Römerwardt oder am Berliner Tor zu veranstalten, hätten sich aus den unterschiedlichsten Gründen zerschlagen, sagt Andrea Behrendt.
Ab 24 Uhr
Die Christmette beginnt Heiligabend (24. Dezember) um 24 Uhr im Stall auf Hof Rohler in Lackhausen (Molkereiweg 30). Die Messe zelebriert Pfarrer Karl-Heinz Mengedodt.
Wer eine geeignete Scheune hat – sie muss 500 Menschen Platz bieten und einen Stromanschluss haben – kann sich melden unter Tel. 0281 1637777 (Markus Zimmermann).
Kirche als Alternative
„Die Mette soll auf jeden Fall weiterhin stattfinden“, betont die 24-jährige Theologie-Studentin aus Büderich. Sollte sich kein geeigneter Stall finden, werde man in eine Kirche in der Stadt wechseln. Eine Idee wäre die Krypta der Engelkirche, doch da hat der BDKJ noch nicht angefragt. Sicher ist, dass die Mette nicht wie zur Anfangszeit wieder in der Krypta von St. Mariä Himmelfahrt gefeiert werden kann. Sie ist bei Weitem zu klein für den Besucherandrang. „Wir brauchen eine Zusage für mehrere Jahre, um Planungssicherheit zu haben“, betont Behrendt.
Sie betont, die Organisatoren seien Karl-Heinz Rohler sehr dankbar, dass er seinen Stall so viele Jahre zur Verfügung gestellt habe.
Thema der Christmette ist in diesem Jahr der Klimawandel. „Wir werden die biblische Schöpfungsgeschichte rückwärts lesen und in eigenen Zwischentexten beschreiben, wie der Mensch die Umwelt zerstört“, erklärt Andrea Behrendt. Am Ende sei Dunkelheit. Das passt natürlich nicht zur christlichen frohen Botschaft von Weihnachten. Deshalb folgt der Hinweis auf die Geburt Jesu, der nach Gottes Zusage das „Licht der Welt“ ist.
Kampf dem Klimawandel
Um deutlich zu machen, dass der Mensch für die Bewahrung der Schöpfung verantwortlich ist, geben Andrea Behrendt und Markus Zimmermann (BDKJ) in ihrer Predigt Vorschläge, was jeder einzelne tun kann. Zum Beispiel Energie sparen beim Heizen, Autofahren oder Reisen. Die Christmette ist da durchaus vorbildlich: Der Stall ist ungeheizt, strahlt aber eine Menge menschlicher Wärme aus.
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