Wesel: Cowboy Richartz rockt Bislich
VON MICHAEL ELSING - zuletzt aktualisiert: 15.02.2010Wesel (RPO). Die Bislicher Karnevalssitzung bot auch in diesem Jahr alles, was das närrische Herz begehrt. Stark: CDU-Ratsmitglied Ulrich Richartz besingt seine Wahlheimat. Kreativ: "Pariser" und "Stargirls". Lustig: Büttenreden, Parodien und eine Nachrichtensendung des ersten Bislicher Fernsehens.
Am Ende kam ein wenig Wehmut auf. Denn Ludger Amerkamp, seit vielen Jahren der Moderator der Karnevalssitzung in Bislich, hängt das Mikrofon an den Nagel. Das Urgestein des jecken Treibens im Deichdorf wurde mit viel Applaus und einigen Präsenten verabschiedet. Zuvor durfte Amerkamp aber vor rund 350 Besuchern im voll besetzten Festzelt auf dem Dorfplatz noch einmal ein Feuerwerk an närrischen Darbietungen ansagen.
Dabei setzten an diesem Abend vor allem die musikalischen Acts die Glanzlichter. Allen voran Ulrich Richartz, der mit Cowboyhut und Gitarre seine Wahlheimat Bislich besang. Unterstützt wurde er dabei von seiner Ehefrau Uschi, seinen Söhnen Kai und Tim sowie Claudia Michelbrink. Seine eingänglichen Melodien und die originellen Texte trafen den Nerv des Publikums.
"Ruck-Zuck-Karneval"
Sie zählten schon am Donnerstag bei der Altweiber-Sitzung der Bislicher Frauen zu den Höhepunkten. Der von Marita Laakmann moderierte "Ruck-Zuck-Karneval" verfehlte auch am Samstagabend nicht seine Wirkung.
Eine komplette Sitzung in knapp 15 Minuten – das gibt's wohl nur in Bislich.
Männer, die tanzen können
Absolut sehenswert waren auch die Auftritte der "Pariser" und der "Stargirls". Erstere bewiesen, dass ein Männerballett nicht nur belustigen, sondern auch tänzerisch überzeugen kann. Bei den von Anke Kreisel trainierten "Stargirls", die sich ebenso wie die Männer aus Eigengewächsen aus dem Dorf zusammensetzen, gefiel neben dem Können auch die Choreografie. Kein Wunder, dass das jecke Publikum die sechs jungen Frauen nicht ohne eine Zugabe von der Bühne ließ. Abgerundet wurde die Rubrik Musik und Tanz durch die Gardetanz-Gruppe aus Haffen, die "Disharmoniker" aus Millingen sowie das Bislicher Tambourcorps, das traditionell die Sitzung eröffnet hatte.
Aber auch die Büttenreden und Sketche konnten sich sehen lassen. Dabei legten Fabian Kock, Simon "Puskas" Giesen und Matthias "Mathilde" Boland ein erstaunliches Debüt auf dem närrischen Parkett hin. Ihre Nachrichtensendung "van Daach" des ersten Bislicher Fernsehens wartete mit humorvollen Neuigkeiten aus Gesellschaft, Wirtschaft und Sport inklusive eines Blicks auf die Wetterlage in Bislich auf. Parodien von Fernsehformaten oder bekannten Comedy-Figuren haben im Bislicher Karneval längst Tradition. Diesmal gab's das "Familienduell" mit Tobias Engels, Sven Wikker, Dennis Bohländer, Florian Kühnen, Daniel Kock und Sebastian Kock. Und auch "Horst Schlämmer" (Klaus Grootens) ließ es sich trotz "Rücken" und "Kreislauf" nicht nehmen, in Bislich vorbeizuschauen.
"Ortsschilder-Flut" im Dorf
Engels und Wikker hatten sich zuvor schon als Eisbrecher hervorgetan, als sie, mittlerweile hochbetagt, auf die Vergangenheit zurückblickten. Da wurde der ein oder andere Bislicher zum Vergnügen des Publikums durch den Kakao gezogen. Michael "Hermann" Elsing beschäftigte sich in seinem Vortrag mit dem "nejen Sportplätz", an dessen Realisierung er nicht wirklich glaubt, sowie mit der "Ortsschilder-Flut", die neuerdings über Bislich hereingebrochen ist. Und für alle, die zu spät kamen, gab's am Ende noch den Schnelldurchlauf (siehe Info).
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