Kreis Wesel: Den Verfolger bekämpfen
VON HEDI MEINECKE - zuletzt aktualisiert: 29.10.2008Kreis Wesel (RPO). 2007 wurden im Kreis Wesel 151 Stalkingfälle gemeldet. Den Tätern drohen Freiheitsstrafen bis zu zehn Jahren. Der Moerser Verein „Frauen helfen Frauen“ bietet mit der Polizei ein Hilfsangebot für Opfer an.
„Stalking ist kein einmaliges Geschehen, Stalking ist ein Prozess“, sagt Sabine Kellner, Team-Mitglied des Vereins „Frauen helfen Frauen“. Die Diplom-Pädagogin bringt das Delikt in die Nähe von Terror. „Es ist nämlich das bewusste und dauerhafte Verfolgen eines Mitmenschen gegen dessen Willen.“ In 85 Prozent der Fälle sind Frauen die Opfer. Oftmals stammen die Stalker aus dem sozialen Umfeld der Leidtragenden, sind häufig die Ex-Partner. „Sie beeinträchtigen in erheblichem Maße die Sicherheit und die Privatsphäre der Betroffenen, lösen Angst und Panik aus, lähmen und stören in besonders schweren Fällen den Alltag und die Lebensgestaltung der Zielpersonen.“
Die Vortragsreihe
„Frauen helfen Frauen“ haben in enger Zusammenarbeit mit dem Kommissariat Vorbeugung der Kreispolizeibehörde und dem Opferschutz-Beauftragten, Kriminalhauptkommissar Horst Groß, ein stabilisierendes Gruppenangebot für Stalkingopfer entwickelt.
Die Vortragsreihe findet in den Räumen der Kreispolizeibehörde in Wesel, Reeser Landstraße 21, statt.
Sie beginnt am 6. November.
Anmeldungen über „Frauen helfen Frauen“, Telefonnummer 02841 286 00.
Der Verein Frauen helfen Frauen erkannte die Bedrohung und wurde aktiv. Sabine Kellner entwickelte ein Konzept zur Stabilisierung der Geschädigten, das am Niederrhein als beispiellos gilt. Es wird vom Kommissariat Vorbeugung der Kreispolizeibehörde Wesel unterstützt. Die Diplom-Pädagogin Kellner sagt: „Die Frauen brauchen endlich Unterstützung, denn die Fälle häufen sich.“
Allein im vergangenen Jahr wurden im Kreis Wesel sage und schreibe 151 Stalkingfälle gemeldet. „Das ist aber nur die Spitze des Eisberges“, sagt Kriminalhauptkommissar und Opferschutz-Beauftragter Horst Groß. „Viele schweigen aus Angst oder Scham.“ Das Hilfsangebot aber steht. Ein auf vier Abende verteiltes Meeting, das informiert und die Sicherheit der Frau in den Vordergrund stellt, soll helfen und die oft bedrohlichen Situationen entschärfen. Geleitet werden die Abende von Sabine Kellner, und der Opferschutz-Beauftragte Horst Groß unterstützt und begleitet die Sitzungen. Sie finden statt am 6., 13., 20. und 27. November in den Räumen der Kreispolizeibehörde Wesel, Reeser Landstraße 21.
Fachkundige Referenten
Zu den einzelnen Themen werden fachkundige Referenten eingeladen, die den Teilnehmerinnen auf Wunsch auch spezielle Fragen beantworten werden. Zu den Themen: Bei den rechtlichen Möglichkeiten zum Beispiel wird über das erst im vergangenen Jahr verabschiedete Gesetz, das Stalking unter Strafe stellt, informiert. Hier sind Freiheitsstrafen bis zu zehn Jahren für die Täter vorgesehen. Ein weiterer Punkt: Die Folgen von Stalking und die Krisenbewältigung. Der vierte Abend schließlich zieht die Familie, die Außenkontakte und die Sicherheit in der Wohnung und am Arbeitsplatz mit ein.
Die Anmeldung erfolgt über den Verein Frauen helfen Frauen, Tel. 02841 28600. Voraussetzung für die Teilnahme, die kostenlos ist, ist ein persönliches Vorgespräch. „Ob eine Strafanzeige erstattet wurde oder nicht, ist für die Teilnahme nicht relevant“, so Sabine Kellner.
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