Hamminkeln: Der Pater verlor erst im Stechen
VON MARTHA AGETHEN - zuletzt aktualisiert: 21.08.2006Hamminkeln (RPO). 750 Jahre Marienthal: Fantasie war Trumpf bei einem ungewöhnlichen Jubiläumsfest. Neben Musik und Unterhaltung gab’s Quiz und Supergewinne: Einen Gastronomen zum Eintopfkochen und einen Konditor zum Backen.
Mit Musik und Spaß gestern beim großen Fest und bei der Jubiläumsfeier am Samstag bommte die fröhliche Stimmung im Marienthaler Zirkuszelt, das diesmal anlässlich der 750-Jahr-Feiern die festlich gestimmte Gemeinde von 300 Katholiken aus dem gesamten Kirchspiel beherbergte. Wenn Mareintahl feiert, dann sit das nicht irgendein Fest. Dann gibt es ein Superprogramm.
Verdorbene Jugend von 1861
Herzstück des Samstagabends waren die „Young People“, stets gern gesehene Gäste bei Kirchenfesten. Marcell Oppenberg, Bandleader und Moderator in einer Person, scherzte: „Im November, beim 30. Martinszug, können wir dann Goldhochzeit mit Marienthal feiern.“ Die „Young People“, ursprünglich „Jugendblasorchester Brünen“, kamen bestens an mit Bigbandswing wie „Take the A-Train“ oder „Tuxedo“. Als zusätzliche musikalische Einlage servierten „Die Musikengel” den Titel „Knockin‘ on Heavens Door“. Sonderapplaus erhielt das Duo zusammen mit dem Jugendchor „Lautlos“ bei „Ain‘t no rock“. Zwischendurch entführte „Nachtwächter“ Hermann Hörnemann in die Dorfgeschichte, berichtete von einer schriftlichen Klage von 1861 an den Schermbecker Bürgermeister über die verdorbene Jugend, die zu Fassnacht dem Sammeln von Eiern und Würsten an Hauspforten dem Beten gegenüber den Vorzug gebe.
Zahlreiche Spiele belebten den Abend. Das Publikum durfte die Karte zeigen beim Spiel „Rot oder Grün“; hier war Wissen über den Hl. Ludgerus auf dem Kirchplatz oder die 1230 Orgelpfeifen in der Kirche auf dem Prüfstand. Im Stechen mit Pater Matthias siegte schließlich Matthias Winkelmann (17). Über die Situation der Kirche in 20 Jahren gaben Prominente auf der Bühne ihr Statement ab. Claudia Konnert, ev. Pfarrerin, setzte auf ökumenisches Zusammenwachsen. Bürgermeister Holger Schlierf sagte: „Ich bin zuversichtlich, dass sich die Kirche mit ihrem guten Fundament gegenüber heutigen esoterischen Bestrebungen durchsetzen wird.“
Dann gab‘s in Form einer Fotoshow ein Marienthaler Sightseeing. Tolle Gewinne erwarteten die Gäste: Je einen Mann fürs Eintopfkochen (Gastronom Hartmann) und Tortenbacken (Konditor Winkelmann) gewannen Judith Hartmann und Willy Schmidt, denn sie hatten die besten Ideen, wie man die Patres mobilisiert: mit einer Runde Walken bzw. der luftigen Fahrt im Motorradbeiwagen. Der Pfarrgemeinderat besiegte im Spiel „Wahr oder Lüge“ den Kirchenvorstand.
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