Hamminkeln: Devers – 75 Jahre obenauf
VON MICHAEL ELSING - zuletzt aktualisiert: 30.08.2006Hamminkeln (RPO). Seit 1931 ist der Dachdeckerbetrieb in Mehrhoog eine feste Größe in der Region. Am Freitag wird das Jubiläum der Firma gefeiert, deren Leitung in dritter Generation stets in der Hand von Wilhelm Devers war.
„Ich bin schon als Kind auf dem Dach herumgeklettert und möchte nichts anderes machen.“ Dieses Statement von Wilhelm Devers jun. sagt eigentlich alles über den Mehrhooger Dachdecker-Betrieb aus, den er vor fünf Jahren von seinem Vater übernommen hat.
Begonnen hat die Geschichte allerdings schon viel früher, genauer gesagt 1931, als Opa Wilhelm die Firma gegenüber dem heutigen Sitz mit einem kleinen Lagerschuppen gründete. Zwei Jahre später kaufte er das Grundstück auf der anderen Straßenseite und baute den Betrieb kontinuierlich aus. Sein Enkel bedauert heute, den Großvater nie kennen gelernt zu haben. Denn der starb fünf Jahre vor seiner Geburt und der zweite Wilhelm, Devers’ Vater, übernahm im Alter von 23 Jahren den Betrieb.
„Beruf liegt uns im Blut“
„Als einziger Sohn war sein Weg vorgezeichnet. Aber schon die Vorfahren meines Opas waren Dachdecker. Dieser Beruf liegt uns also offenbar im Blut“, erzählt Devers, der Mitte der 80er Jahre begann, die Familientradition fortzusetzen. Zunächst beim Dachdecker Nissing in Emmerich, um, so Devers, „nicht betriebsblind“ zu werden. Nach drei Gesellenjahren in der Firma des Vaters, ging er nach München, um eine Ausbildung zum Spengler (Bauklempner) zu absolvieren. Denn das Dachdecker-Handwerk reduziert sich längst nicht mehr auf das bloße Verlegen von Ziegeln.
Auch deshalb legte der 37-Jährige neben der Dachdecker-Meisterprüfung 1994 ein Jahr später auch die Klempner-Meisterprüfung ab. Schließlich gehören Metallarbeiten (Dachrinne) längst zum Alltag eines Dachdeckers. Hinzu kommt das veränderte Material, was sich vor allem in den Farben und der Oberflächenbeschaffenheit der Ziegel zeigt. Wie engagiert und verantwortungsvoll er mit seinem Beruf umgeht, beweist auch die Tatsache, dass Devers der aktuelle Bezirks-Lehrlingswart für das Gebiet Wesel/Hamminkeln ist. Momentan beschäftigt Devers fünf Mitarbeiter, zu denen auch seine Mutter Ottilie (59) zählt.
120 geladene Gäste
Gerne hätte Wilhelm Devers das 75-jährige Jubiläum am Freitag mit seinem Vater gefeiert. Doch der starb im vergangenen Jahr nach einem Verkehrsunfall. Wie sehr der Mehrhooger den Traditionsgedanken seiner Vorfahren fortsetzt („ich bin es ihnen schuldig“), beweist auch die Liste der etwa 120 Gäste, die zum Jubiläum geladen sind. Darauf steht nämlich auch Karl Angenendt (72), der 47 Jahre für die Familie Devers tätig war. Gefeiert wird in der Firmen-Halle an der Duisburger Straße. Für die musikalische Untermalung sorgt die Jazz-Band „Power-Kraut“.
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