Hamminkeln: Die Bücherei bleibt im Paket
VON BERNFRIED PAUS - zuletzt aktualisiert: 19.02.2010Hamminkeln (RPO). Der Rat hat gestern nach heftiger Aufregung beschlossen, die Stadtbücherei aus Mitteln des Konjunkturpaktes II zu finanzieren. Dafür sollen Mehrkosten für die Feuerwehr-Häuser aus der Kasse des Kämmerers bezahlt werden.
Die Standortfrage
Der Bücherei muss nun spätestens nächstes Jahr fertig werden. Es bleibt Zeit, den Standort noch zu verändern. Den Raum unterm Forum beansprucht die Realschule für die Übermittagsbetreuung von 180 Schülern.
Bürgermeister Holger Schlierf hatte vorgebaut. Die Feuerwehrgerätehäuser in Mehrhoog und Brünen lassen keine Luft mehr. Aber auch wenn auf der Verzehrliste fürs Konjunkturpaket II kein Geld mehr bleibe für die Errichtung der Stadtbücherei im Schulzentrum, heiße das nicht, dass sie vom Tisch sei. Es gebe Luft im Etat, das Langzeitprojekt zum guten Ende zu bringen. Umsonst. Darauf wollten sich SPD und vor allem Grüne nicht mehr verlassen.
In einer flammenden Rede sah Grünen-Sprecher Johannes Flaswinkel nach einer "unendlichen Springprozession" das Ende der Bücherei nun gekommen und verlangte nun das endgültige Scheitern "auch ehrlich einzugestehen". Die Frage, so Flaswinkel laute: "Hüpfen wir weiter oder machen wir Schluss?"
Am Ende waren sich alle einig
Auch die Genossen sahen mit der Vorlage aus dem Rathaus das Aus für die Bücherei "auf kaltem Weg" heraufziehen, wie Peter Fege seinen Eindruck formulierte. Auch er legte sich ins Zeug, das Kapitel Bücherei, wie beschlossen, zu Ende zu schreiben. Das will auch die CDU. sicherte Peter Werner zu, auch wenn er die Aufgeregtheit nicht verstehe. "Wir können doch kein halbes Feuerwehrhaus bauen." Und auch die USD will die Bücherei. Nur wehrte sie sich gegen einen Schnellschuss, ohne den veränderten Bedarf der Schulen und die dringend anstehende Schulentwicklungsplanung abzuwarten, so Birgit Maibom. Der Bürgermeister sprang ihr bei, dass man nicht über die Köpfe der Schulen hinweg, den noch bestehenden Ratsbeschluss kurzfristig umsetzen solle, den – übrigens mit Konjunkturmitteln – ausgebauten Keller unter dem Forum der Realschule zur Bücherei zu machen. Das könne der Rat machen, sei aber nicht klug, weil die Schule den Raum brauche.
Schlierf wies den Weg aus dem Dilemma. Die Bücherei bleibt mit 200 000 Euro im Paket, Mehrkosten für die Sanierung des Feuerwehrhauses Brünen sollen aus dem Etat bezahlt werden. Dafür waren alle. Dahinter steckt eine strategische Überlegung: Die Pflicht wie Feuerschutz ist auch in einer drohenden Haushaltssicherung weniger gefährdet wie die Kür Bücherei.
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