Wesel: Die etwas andere Feier
VON FRITZ SCHUBERT - zuletzt aktualisiert: 27.12.2006Wesel (RPO). Ursprünglicher und natürlicher als im Stall auf dem Lackhausener Hof Rohler kann man Weihnachten kaum feiern. Heiligabend pilgerten wieder 450 Menschen zur Christmette des BDKJ. Viele wünschen sich eine Fortsetzung.
Seit gut zehn Jahren ist die Christmette im Stall des Lackhausener Landwirts Karl-Heinz Rohler ein Muss für viele Christen. War es diesmal die letzte am wunderbar passenden Ort ? Das fragten sich etliche der gut 450 Menschen, die sich Heiligabend um Mitternacht auf Strohballen drängten oder gar stehen mussten. Wie berichtet, wird Rohler das Gebäude mit Partnern künftig anders nutzen.
„Viele haben uns angesprochen und gesagt, dass sie es schade finden würden, wenn die Christmette in der Form nicht mehr stattfinden könnte“, sagte BDKJ-Vorsitzender Markus Zimmermann (25). Der Bund der deutschen katholischen Jugend ist Organisator der etwas anderen Feier. Zimmermann hat Signale erhalten, dass es auch 2007 wieder eine Mette im Stall geben könnte. Aber noch sei mit Rohler, der zurzeit im Urlaub ist, und seinen Kollegen noch nicht das letzte Wort gesprochen worden. Mitte kommenden Jahres werde es wohl werden, sagte Zimmermann.
Matutin
Ursprünglich war die Christmette der erste von drei Gottediensten an Weihnachten – zur Feier der Geburt Jesu vor gut zwei Jahrtausenden.
Sie hat, wie das Bistum Münster mitteilte, den Ursprung in der römischen Papstliturgie.
Der Name „Mette“ ist die eingedeutschte Fassung von „Matutin“, dem Nachtgebet der Kirche, das ursprünglich vor dieser nächtlichen Eucharistiefeier gehalten wurde.
1000 Euro für Tansania-Projekt
Er selbst hofft natürlich auch auf eine Fortsetzung. Denn so etwa Urtraditionelles und Natürliches – mit Tieren – sei in einer Kirche ja gar nicht zu schaffen, sagt Zimmermann, der sich noch an drangvolle Enge in der Krypta erinnert.
Dechant Karl-Heinz Mengedodt feierte die Christmette, bei der die angehende Pastoralreferentin Andrea Behrendt das Motto „Flagge zeigen, Glaube bekennen“ in ihrer Predigt mit Beispielen aufgriff. Sie nutzte das Bild vom Kind in der Krippe, um zu zeigen, dass Menschen einem Kind stets positiv gegenübertreten. Mitwirkende waren zudem gut 20 junge Leute des Musikprojektes „Tohuwabohu“ unter der Leitung von Anselm Thissen.
Die Kollekte ergab 909 Euro für Dr. Christian Schmidt, der in Tansania eine Säuglingsstation aufbaut. Der BDKJ stockt auf 1000 Euro auf.
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