Wesel: Die Strategien der Frauen
VON MAITE WESELY - zuletzt aktualisiert: 18.05.2009Wesel (RPO). "Mit Vielfalt zum Erfolg": Zehn Jahre Gründerinnen- und Unternehmerinnentreff. Festveranstaltung in der Aula der
Musikschule mit Prof. Dr. Katrin Hansen. Frauen gehen ihre Selbstständigkeit vorsichtig und mit System an, sagte sie.Satirischer Blick
Jule Vollmer begeisterte mit einer Geschichte aus dem Alltag, in dem die Mutter berufstätig ist. Das Publikum konnte sich leicht darin wiederfinden. Auf die Frage "ob Eva denn etwas bereue bei der Geschichte mit dem Apfel", sang sie: "Non, rien de rien."
"Wir sind gemeinsam stark geworden", freute sich Bärbel Reining-Bender, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Wesel. Zum zehnjährigen Jubiläum des Gründerinnen- und Unternehmerinnentreffs hatten sie und ihre beiden Kolleginnen Rita Nehling-Krüger (Hamminkeln) und Petra Hommers (Kreis Wesel) die rund 120 Mitglieder in die Musikschulaula eingeladen, um den runden Geburtstag zu feiern. "Vor zehn Jahren haben wir mit 15 bis 20 Frauen angefangen zu arbeiten. Es wurde einander geholfen, so gut es ging. Außerdem dient das Netzwerk auch heute noch dazu, weitere Kontakte zu knüpfen und Informationen auszutauschen", sagte Reining-Bender bei der Festveanstaltung.
Mehr Angst vorm Scheitern
Zu den Gratulanten gehörte unter anderem der dauerwahlkämpfende Landrat Dr. Ansgar Müller. "31Prozent der Selbstständigen sind Frauen in Deutschland, aber nur 30 Prozent der Selbstständigen in NRW sind Frauen. Das liegt daran, dass Frauen anders gründen. Sie sind vorsichtiger und planen übersichtlicher, vor allem mit System", sagte er. Dies bestätigte der Vortrag von Prof. Dr. Katrin Hansen von der Fachhochschule Gelsenkirchen. Sie habe sich mit dem Thema befasst, warum in Deutschland Frauen weniger Betriebe gründen als zum Beispiel in den USA. "Der Global Entrepreneurship Monitor (GEM)-Studie zufolge heißt es, dass Frauen größere Angst vor dem Scheitern haben als Männer. Außerdem hört man oft den Satz: Aber ich will doch später einmal Familie haben, was dafür spricht, dass Frauen sich unsicher sind. Und man hört: Das gehört sich aber nicht für ein Mädchen oder in dem Fall eine Frau, was wiederum zur Abneigung gegenüber dem Dasein als Unternehmerin führt", erklärte Hansen. Schließlich ging sie auch auf die Vorzüge ein, die besonders weibliche Unternehmerinnen erfolgreich nutzen.
Frauen haben kreative Ideen
"Frauen können erkennen, wo sich in der Wirtschaft ein Fenster öffnet und durch ihre Vielfalt an Ideen erreichen, diese Fenster schließen", sagte die Professorin. Dies funktioniere frei nach dem Motto: "Ich mache was aus dem, was ich habe."
Zur Feier des Tage war außerdem Jule Vollmer eingeladen. Bekannt ist sie aus TV und Funk. Zum Thema starke Frauen hatte sie satirische und witzige Stücke dabei. So erzählte sie zum Beispiel vom französischen Nachbarn, der die Entstehungsgeschichte des Menschen auf eine etwas andere Art und Weise beschrieb.
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