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Wesel: Dilemma in der Feldmark

VON THOMAS HESSE - zuletzt aktualisiert: 02.05.2009

Wesel (RPO). Computergestütztes Prognose-Modell sagt: Rampe zur Hamminkelner Landstraße würde Blumenkamp belasten. Hessenweg-Tunnel wäre nur gut, wenn er nicht attraktiv für Durchgangsverkehr ist. Genau das ist aber zu erwarten.

Selbst der Gutachter war überrascht: Eine Rampe zurEmmericher Straße wird laut Prognose die Hamminkelner Landstraße belasten.  Foto: RPO
Selbst der Gutachter war überrascht: Eine Rampe zurEmmericher Straße wird laut Prognose die Hamminkelner Landstraße belasten. Foto: RPO

Wenn die Betuwelinie ausgebaut wird, fallen beschrankte Übergänge weg. Also müssen rechtzeitig Querungen geschaffen werden. In Wesel ist die beste Lösung umstritten, seit die CDU die einfache, aber charmante Idee einer Rampe von der Hamminkelner Landstraße zur Emmericher Straße zur Debatte gestellt hatte. Die schnelle Zufahrt von Blumenkamp und der Feldmark auf die Emmericher Straße – nominell Landesstraße 7, de facto genutzt wie eine Bundesstraße – lotst den direkten Verkehr aus den Wohngebieten heraus. Aber eine neue Zufahrt lenkt Ströme auch um. Das hat bemerkenswerte Folgen, wie Verkehrsplaner Thomas Rödel im Stadtentwicklungsausschuss sagte. Er spielte per Computermodell durch, was welche Wirkung hat. Sein Fazit: Jede verkehrstechnische Lösung im Zuge der Betuwe hat Vor- und Nachteile, den Königsweg gibt es nicht, wenn der Übergang Holzweg dicht gemacht wird (RP berichtete).

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Was die Politik sagt

Die CDU zeigte sich gelassen, weil ihre Idee Rampe nicht offen kaputt gerechnet worden war. Die SPD ist auf den Hessenweg-Tunnel festgelegt – mit einem Berufsschüler-Parkplatz jenseits der Bahnlinie. Die FDP bringt als vierte Variante die Anbindung Blumenkamps am Westfalenweg ins Spiel. Jede Lösung berührt Anwohnerbelange.

Der Reihe nach

Grundsätzlich gibt es drei mögliche Varianten: Nichtstun – also alles lassen, wie es ist –, den schon vor Jahren geplanten und nun wieder hervorgeholten Tunnel Hessenweg nahe Berufskolleg und Mühlenweg-Grundschule und besagte Idee Rampe. Der Reihe nach:

Holzweg Ein Tunnel für Radler und Fußgänger ist sinnvoll. Die letzte Messung ergab 2400 Autos plus 1200 Radfahrer und eine unbekannte Anzahl an Fußgängern, die auf der schmalen Straße die Bahn querten. Der Bedarf sei eindeutig, ein neuer Holzweg-Tunnel "goldrichtig", so Rödel.

Der Status quo Die Verkehrsbelastung derzeit sieht im Umfeld der Betuwelinie in der Feldmark so aus: Hamminkelner Landstraße täglich 6000 Fahrzeuge, Nordstraße 8500, Holzweg 2400 und Emmericher Straße (L 7) 11 500.

Die Prognose mit und ohne Rampe Die computererrechneten Folgen der "CDU-Rampe" überraschten selbst Fachmann Rödel. Die Hamminkelner Landstraße zwischen Rampe (ungefähr Bahn-Unterführung) und B 473 hätte 2000 Autos mehr zu verkraften – ein schwer vermittelbares Plus auf 8100 Fahrzeuge durch Blumenkamp. Die Feldmark würde um 2000 entlastet. Rödel meinte, dass sich Fahrer Abkürzungen suchen, wo sie möglich sind. Aber: ob die blockierenden, abschreckenden Nasen auf der Hamminkelner Landstraße in der Prognose eingespeist sind, wurde nicht gesagt. Groteskerweise würde die aufnahmefähige Emmericher Straße zwischen Rampe und B 473 um 2000 Autos entlastet. Auf dem Teil bei Lackhausen steigt die Belastung auf 13 400. Ob das überhaupt erheblich ist, wenn die Südumgehung kommt und mehr Verkehr bringt, ist unklar. Auch die Variante "Rampe plus Hessenweg-Tunnel" würde die Hamminkelner Landstraße belasten.

Der Hessenweg-Tunnel Kämen dieser Tunnel und die neue Straße mit Anschluss an Holzweg/Emmericher Straße, würden hier 4200 Autos fahren – und das mitten in einem künftigen Wohngebiet. Rödel enthielt sich einer letztlichen Wertung. Aber: "Man muss den Feldmarkern eine Strecke anbieten. Der Hessenweg wäre die angenehmste Lösung. Die Straße darf nicht zu attraktiv für Durchgangsverkehr ein." Gerade das aber ist durch die Planung zu befürchten. Denn jenseits der Bahn soll ein Parkplatz für Kolleg-Schüler angelegt werden. Die Prognose berücksichtigt das nicht – ebenso wenig wie heftige Sicherheitsbedenken durch die Hessenweg-Variante an den Schulen. Diese Frage zu beantworten war auch nicht Rödels Aufgabe. (Unsere Woche)

Quelle: RP

 
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