Wesel: Domviertel: Warum Politik sich schwer tut
VON THOMAS HESSE - zuletzt aktualisiert: 06.06.2007Wesel (RPO). „Diskussionspapier“ nennt die ISG Domviertel ihr Konzept, mit dem sie die Debatte um den westlichen Teil der Innenstadt und den historischen Kern Wesels befeuern will (RP berichtete). Doch politisch kommt nicht in Gang, was die Akteure der Immobilien- und Standortgemeinschaft beabsichtigen. Die CDU kündigte einen Plan an, dann verließ die Fraktion der Mut – sie fand keine Linie. Die SPD heimste nun das Verdienst ein, das Thema zu besetzen, indem sie die ISG – vertreten durch Max Trapp und Stefanie Steinhauf – zur öffentlichen Fraktionssitzung lud. Doch das Ergebnis am Montag war dünn.
Immerhin, die SPD signalisierte so, die Ideen der ISG ernst zu nehmen. „Es gibt keine Denkblockade“, sagte aber Norbert Meesters, stellvertretender Fraktionschef. Eine Nicht-Aussage, denn die Sozialdemokraten tun sich mit Klarheit schwer, weil sie gebannt auf die Ergebnisse aus dem Wettbewerb zur Fußgängerzone warten. Eine irgendwie messbar konkrete Antwort, wohin die Reise in der City laut SPD gehen soll, kam nicht. Da half auch nicht Bürgermeisterin und Genossin Ulrike Westkamp, für die Stadtentwicklung zuständig. Sie tat keine Meinung kund.
Was ist mit dem Ärztehaus?
Steinhauf und Trapp präsentierten die erfolgreiche, von der SPD gelobte Arbeit der ISG, die im Domviertel eine ausgezeichnete Kommunikations- und Aktionsebene innerhalb der Händlerschaft und der Eigentümer erreicht hat. Die Vorstellungen gehen dahin, Handel (Feinkost, Frischwaren) am Großen Markt zu konzentrieren und zum Kornmarkt hin eine Art Markthalle zu schaffen. Wichtig, aber umstritten ist das Verkehrskonzept, den Leyensplatz für die Durchfahrt zu öffnen und vielleicht auch die Fußgängerzone bis zum Mathenakreuz einzubeziehen. Ziel ist, eine Art Rundlauf inclusive Gold- und Lomberstraße zu erreichen und damit im Domviertel ein Gegengewicht zur aufblühenden Ostseite am Berliner Tor zu entwickeln.
Das Thema Verkehr wollte Max Trapp „nicht zu hoch hängen“, tatsächlich aber ist es ein Kernproblem. Der Weselaner fragte nach: „Für behutsame Öffnung einer Fußgängerzone gibt es Beispiele in vielen Städten. Warum soll Wesel da nicht Modell sein?“ „Skeptisch“, sah’s Ratsmitglied Karlheinz Hasibether, der nicht erkennen konnte, „was das bringen soll“. Die Wertschätzung der SPD sieht anders aus. Meesters sagte, was er am Leyensplatz bevorzugt: die bessere Präsentation der Skulptur Vesalia hospitalis. Die ISG mag das Kunstwerk nicht, beugt sich nur den Realitäten. Inhaltlich findet das Domviertel, dass der Kornmarkt mit zur ISG gehört und die Marktstände anders aufgestellt werden sollen. Das Plus-Haus am Kornmarkt ist ihr ein Dorn im Auge. Und das leere Ärzte-Haus des Marien-Hospitals auch.
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