Hamminkeln: Dramatisches Radweg-Finale
VON BERNFRIED PAUS - zuletzt aktualisiert: 20.02.2010Hamminkeln (RPO). Das Geld ist da. Aber das gute Ende für den Radweg in Wertherbruch droht am Veto eines Grundstückseigentümers zu scheitern. Die Verwaltung wechselt auf die andere Straßenseite – Ausgang offen.
Fakten
Es fehlen noch 2,4 Kilometer Radweg entlang der schmalen und auf dem Abschnitt kurvenreichen Provinzialstraße bis zur Ortsgrenze zu Werth an der B 67.
Die Kosten werden momentan mit 368 000 Euro beziffert. 300 000 Euro will das Land zahlen.
Abschnitt II von Loikum bis Mussumer Straße ist mit rund 600 000 Euro zu Buche geschlagen, wegen schwieriger Bodenverhältnisse teurer als gedacht.
300 000 Euro sind für ein erfolgreiches Finale beim Radwegebau in Wertherbruch aus Düsseldorf angekündigt. CDU und FDP überbieten sich im gerade in die heiße Phase einbiegenden Landtagswahlkampf beim Pochen aufs Urheberrrecht für die gute Tat in der Provinz. Doch dort ist die Welt lange nicht so heil, wie's so oft reklamiert wird. Denn das im Dorf so sehnlich herbeigewünschte Projekt Bürgerradweg droht am sturen Egoismus eines Einzelnen zu scheitern. Zumindest sind die Hürden vor Ort noch recht hoch.
Vorraussetzung, um mit den nun verdoppelten Landesmitteln ans Ziel zu kommen, ist, dass die Eigentümern die erforderlichen Flächen für den Radweg zur Sicherheit aller gratis zur Verfügung stellen. Der Finanztopf "Bürgerrradweg" belohnt eben ausdrücklich gelebte Solidarität, die den Menschen vor Ort dann auch lieb und teuer sein muss.
Wie Technischer Beigeordneter Hans-Georg Haupt nun in der Sitzung des Rates bekannt gegeben hat, kommen die Verhandler aus dem Rathaus bei den Grundstücksgesprächen an einer Stelle definitiv nicht weiter, um den vorhandenen Radweg an der Provinzialstraße die rund zwei Kilometer bis an die B 67 heranzuführen.
Lücke produziert Geisterfahrer
Da nutzt es nur wenig, dass alle anderen Eigentümer ihr Okay signalisiert haben. "Bis auf das eine Stücke kämen wir durch", so Haupt. Trotz enormer Anstrengungen bleibe das Loch. Umso ärgerlicher, weil die anderen Betroffenen im Einzelfall erhebliche Zumutungen erdulden. Denn wegen der beengten Verhältnisse muss der Radweg teils sehr nah an Wohnhäuser heran geführt und auch ein Stück Entwässerungsgraben verrohrt werden. Das treibt die Kosten in die Höhe. Doch das alles macht wenig Sinn, wenn eine Lücke von rund 100 Metern bliebe. Die soll nach RP-Informationen im übrigen entlang einer feuchten Wiese gegenüber der Einmündung Rodehorster Allee liegen, wo Radler niemanden stören würden. Haupt: "Es wäre unverantwortlich, Radfahrer über einen Abschnitt zurück auf die Fahrbahn zu führen. Schließlich würden Radler aus Richtung Dorf plötzlich zu Geisterfahrern."
Deshalb werden im Rathaus inzwischen Überlegungen angestellt, den Radweg von der Rodehorster Allee an auf der östlichen Seite der Landstraße 896 zu führen. "Dann könnte man direkt ans rund 150 Meter lange Stück, das von der B 67 in die Provinzialstraße reicht, anschließen", nennt Haupt den einzig positiven Aspekt im Dilemma. Die angedachte Querungshilfe müsste dann verlegt werden zum Seitenwechsel Höhe Rodehorster Allee.
Ob sich diese Alternative realisieren lässt, ist allerdings auch nicht sicher. Denn die Gespräche mit den dann betroffenen Grundstückseigentümern sind noch nicht aufgenommen worden. Ob und welche Fallstricke hier warten, bleibt abzuwarten. "Sicher ist, dass es nicht einfach wird, den Radweg zum guten Ende zu bringen", so Haupt.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




