Wesel: Drei Gänge mit Musik
VON FRITZ SCHUBERT - zuletzt aktualisiert: 21.10.2008Wesel (RPO). Nach dem Start am AVG jetzt der Kraftakt Nummer zwei: Mensa am Konrad-Duden-Gymnasium mit buntem Programm eröffnet, gleich getestet und für gut befunden. Jetzt fehlt nur noch die Martini-Hauptschule.
Voller Bauch studiert doch gern: Einen tollen Start bereitete das Konrad-Duden-Gymnasium gestern Ulrich Lütke und seinem Team. Der Caterer von der Gesamtschule am Lauerhaas und seit wenigen Tagen auch des Andreas-Vesalius-Gymnasiums wurde geradezu enthusiastisch begrüßt. Als Schülersprecher Henrik Dreyer ihm einen symbolischen Schlüssel überreichte und die Jüngsten aus der 13-Plus-Betreuung ihm noch einen Kuchen in die Hand drückten, war er „total baff“. „Der Hauskoch“, so der Firmentitel, wünscht sich für den Arbeitsmarkt bundesweit noch mehr Schulmensen. Sechs Stellen hat er durch die Kraftakte der Stadt schaffen können.
Die Mensa in Zahlen
Rund 100 Schüler finden in der KDG-Mensa Platz.
148 500 Euro inklusive Geräte wurden investiert.
Allein 368 Arbeitsstunden steckte der Weseler Hausmeisterpool in das Projekt. Nach acht Wochen war’s geschafft.
Erfolg mit vielen Vätern
Die Anstrengungen, finanziell und muskulär (siehe Info), waren naturgemäß Thema der Ansprachen von Bürgermeisterin Ulrike Westkamp und Oberstudiendirektor Dr. Heinzgerd Schott. Nachdem das Land sich nicht in der Lage sah, der Vorgabe von mehr Unterricht auch die dann nötige Mittagsversorgung folgen zu lassen, hatte der Erfolg in Wesel viele Väter. Politik, Verwaltung, Sparkasse, Schulleitungen, Hausmeister, Elternpflegschaften, Fördervereine und nicht zuletzt der Mensaverein sorgten dafür, dass sich „das Ergebnis sehen lassen kann“ (Westkamp). Die Einstimmung auf kulinarische Genüsse umrahmten Alfred Opel und Schüler mit einem musikalischen Drei-Gang-Menü: „Tequila Sunrise (Lydia Berthin, Flöte), „Bag’s Groove“ (Manuel Grunden, Vibraphon) und „What I Say“ (Torben Geppert, E-Piano). Das passte zu der heiteren Stimmung, die Schülersprecher Henrik Dreyer zu würzen wusste. Er hatte er von jungen Leuten viele Fragen gestellt bekommen, woher das Essen wohl kommt und was es kosten würde. Sein „Favorit aus der Stufe 5“ lautete: „Schmeckt das oder ist das gesund ?“ Die breite Auswahl Salat, Nudeln, Soßen, Pizza, Fisch, Getränken und Desserts zeigt, dass beides geht. Und Lütke verspricht: „Ich will Vielfalt. Dicke Bohnen oder Stielmus durcheinander gehören dazu. Auch das sollen die Kinder kennenlernen können.“
Applaus gab’s zwischendurch auch für die 13-Plus-Betreuten, die sich unlängst beim Banana Day für fairen Handel eingesetzt hatten. Sie haben beim bundesweiten Foto-Wettbewerb Platz zwei belegt.
Unterdessen verschwanden draußen, weil offenbar begehrt, die ausgehängten Menü-Pläne für die erste Woche, und Schülerscharen warteten aufs Ende des offiziellen Akts. Florian und Leonard (beide elf) waren schnell einer Meinung: „Davon hol’ ich mir noch was !“
Caterer Lütke rechnet mit Andrang: „Am AVG gab es Mittwoch einen regelrechten Tumult, weil alle was haben wollten.“
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