Wesel: Eheliche Harmonie im Sechserpack
VON MARTHA AGETHEN - zuletzt aktualisiert: 24.02.2007Wesel (RPO). Knapp 1200 meist in Ehren ergraute Fans beklatschten in der Weseler Niederrheinhalle die von Carolin Reiber moderierte Show der Traumpaare der Volksmusik. Humorige Ratschläge, herzige Melodien und flotte Tänze waren ganz nach dem Geschmack des Publikums.
Magnet für die Massen: Knapp 1200 Zuschauer in der fast ausverkauften Niederrheinhalle begannen schon zu klatschen, bevor der erste Ton gesungen wurde und nur die fröhlichen Porträts von Marianne und Michael, Judith und Mel, Stefanie Hertel und Stefan Mross in Großaufnahme von der Leinwand herunterstrahlten. Ein ansteckendes Lächeln: Das Publikum zeigte sich bestens gelaunt. Es kennt die „Traumpaare der Volksmusik“ vom Bildschirm. Für viele jedoch ist es ein Ereignis, die Stars in der Nähe zu haben und einen Blick in ihr Familienalbum zu tun.
Gemeinsam älter geworden
„Das Live-Erlebnis ist immer besser: dabei zu sein in einer großen Gruppe“, sagte Regina Deege aus Walsum, die wie viele andere eine Karte geschenkt bekommen hatte. Die Melodien mit ihrem hohen Wiedererkennungsfaktor sprachen den Fans aus dem Herzen. Keine Frage, dass geklatscht, geschunkelt und gesungen wurde. „Das Konzertereignis des Jahres!“ meinte Moderatorin Carolin Reiber – wie stets gut aussehend mit ihren 66 Jahren. Sie versteht es noch immer mit temperamentvollem Charme und vollkommener Natürlichkeit zu plaudern – mit hübschem bayrisch rollendem Zungenspitzen-r. „Wir fühlen uns hier schon bald wie zu Hause“, meinte sie. Ob in schwarzem Samt, als Parkettkosmetikerin oder als Oberkellner – Reiber hat nichts an Anziehungskraft eingebüßt.
Gemeinsam älter geworden ist man auch mit Marianne und Michael. Während diese es schon fast bis zur Perlenhochzeit gebracht haben, ist Stefanie gerade mal 97 Tage mit ihrem Stefan verheiratet. Erfolg schweißt zusammen, so auch bei Judith und Mel. Viele Träume wurden geweckt. Als glückliche Paare strahlten sie – eine Beruhigung fürs Publikum – eheliche Harmonie im Sechserpack aus. Die drei Sängerinnen glänzten im großen Abendkleid oder im exklusiven Dirndl. Ein paar humorvolle Ratschläge für Glücksgarantie lockerten auf. Applaus brandete auf, als Judith zur Musik der Otti-Bauer-Band anstimmte: „Ich bin verliebt in die Liebe“ und Stefanie träumte: „Es gibt Millionen von Sternen“. Kreiste im ersten Teil alles um die Liebe, so gab‘s im zweiten Teil echte Schmankerln aus der Heimat – vom Ernst-Mosch-Medley bis zu „Im schönsten Wiesengrunde“.
Opernglas wäre gut gewesen
Eine Stammtischrunde mit Michael, Mel und Stefan förderte noch die gelöste Stimmung, ganz wie im Stadl mit allerlei lustigen Weiberg‘schichten.
Am CD-Stand hielt Michael, locker und gewohnt herzlich, dem Run auf Autogramme stand. „Wir waren zwar ein paar Jahre abstinent, aber wir kennen Wesel schon seit der Mitte der 70er Jahre“, verriet er der RP im Gespräch. Auf der Bühne merkte man ihm kaum die 57 Jahre an.
Petra Plattner aus Dinslaken, zum fünften Mal mit Mutter Maria dabei, war glücklich, bereits im Juli eine Karte für die zweite Reihe erstanden zu haben- für 50 Euro. Das wirkliche Live-Erlebnis spielte sich allerdings bis etwa Reihe 15 ab. Auf den hintersten Plätzen wäre ein Opernglas nicht schlecht gewesen.
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