Wesel: Ein Fest der guten Laune
VON MARTHA AGETHEN - zuletzt aktualisiert: 14.12.2009Wesel (RPO). Young People Orchestra unterhielt das Publikum im voll besetzten Bühnenhaus mit einem Show-Mix aus guter Musik, optischen Genüssen und jeder Menge Humor. Mit dabei war das Hartmut-Gmiat-Quartett aus Duisburg.
Santa Claus is coming to town! Samstagabend geleitete Bandleader Marcell Oppenberg singend den Weihnachtsmann ins voll besetzte Bühnenhaus. Dort gaben die Young People nach vier Jahren Pause wieder ein Weihnachtskonzert mit Spaß, Lokalkolorit und viel Musik – diesmal aber nicht im gewohnten swingenden Bigband-Sound, sondern in erweiterter Besetzung als Young People Orchestra mit Streichern und Harfe.
Gemeinsam mit dem Hartmut-Gmiat-Quartett Duisburg erklangen Arrangements von James Last, Dieter Reith und Günter Noris. Dies bedeutete: gezähmte Drums, schmachtende Einlagen der Posaunen- und Saxophon-Clans und als heimlicher Star die virtuose Blockflöte von Tobias Reisige. Lediglich die Trompeten durften sich eher keck behaupten. Weich flirrten die Chimes-Glöckchen, mitten auf der Bühne war die schwungvolle Harfenistin Magdalena Hoffmann der romantische wie attraktive Blickfang.
Ein wenig Kabarett
Zu einigen kabarettistischen Einlagen von Bandleader Marcell Oppenberg, mit denen er durchs Programm führte, gehörte auch ein Seitenhieb auf den neuesten metallenen Baum-Klon am Großen Markt.
"Wir haben, was die Stadt Wesel nicht hat: einen echten Tannenbaum", so Oppenberg.
Weihnachtsmann auf dem Thron
Weiße Nebelschwaden, rot-weiße Lightshow und Dekoration (eine rote Zipfelmütze zierte eine Posaune) bildeten das perfekte Ambiente für die lustige Séance mit dem Weihnachtsmann, der, auf einem Stapel Geschenke thronend, wohlwollend die Oberaufsicht führte.
Nach beschaulichem Start in einem Potpourri deutscher Weihnachtslieder ließ sich das Publikum wach küssen von der Latin-Version "Feliz navidad" und aktivierte die eigenen Stimmbänder bei "Kling, Glöckchen" und "Jingle Bells". Für Freddy-Quinn-Fans hatte das Orchester die Schnulze "Weihnachten daheim" ausgegraben.
Der vielseitige Dave Tchorz trat schließlich mit der Akkordeon-Nummer Greensleeves gegen die volle Orchesterbesetzung an. Als Gesangssolisten traten Petra Opel und Martin Quint (sonst im Blech zuhause) auf. Was die deutsche Seele rührt – "Stille Nacht" – gewann besonders durch die anschmiegsam begleitende Solo-Trompete von Christoph Fischer.
Unterm watteweichen weißen Bart des Weihnachtsmanns steckte übrigens Radio-KW-Moderator Michael Mrosek, der sich nach demonstrierten Fähigkeiten im Pirouettendrehen und Dirigieren auch als Super-Tenor entpuppte. Im Spektakel weihnachtlichen Humors schwebte zudem ein blondgelockter Engel am Haken durch die Lüfte und ließ zu "Let it snow" die Schneeflöckchen rieseln. Mit einer Schneeballschlacht ärgerten die Musiker die Gäste in den begehrten vorderen Plätzen. Die nahmen's selbstverständlich mit Humor.
Eine betagte Kamel-Mumie zog nebst drei Königen vorüber, während Trompete und Blockflöte sich einen prächtigen solistischen Wettstreit lieferten. Insgesamt ein gemütlicher Abend mit begehrten heimischen Musikern. Einige tonale "Seitensprünge" der Bläser waren schnell verziehen. Man darf sich schon jetzt auf die "Night of Music" am 19. März freuen.
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