Hamminkeln: Ein grün-weißes Koch-Buch
VON MICHAEL ELSING - zuletzt aktualisiert: 04.09.2007Hamminkeln (RPO). Jan Küpper, Koch aus Dingden, hat ein Buch über sein Leben als Fan von Werder Bremen geschrieben. Von Kutzops Elfmeter bis Kloses Wechsel – ein 200 Seiten langes Bekenntnis zum Fußball-Bundesligisten.
Mehr „Grün-Weiß“ geht nun wirklich nicht. Jan Küpper ist Fan des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen, seit er acht Jahre alt ist. Auch wenn die Hanseaten gerade wieder in Europas Fußball-Himmel angekommen sind, geht seine Liebe zum Klub von der Weser über das übliche Maß hinaus. Wer sich davon überzeugen will, kann dies ab dem 1. November tun. Denn dann erscheint Küppers Buch „Für immer Grün-Weiß – mein Leben als Werder-Fan“.
Auf 200 Seiten berichtet der 30-jährige Familienvater aus Dingden, wie er die Höhen und Tiefen des viermaligen Deutschen Meisters erlebt hat. Angefangen von einem der berühmtesten Elfmeter der Bundesliga-Geschichte, den Michael Kutzop 1986 gegen – na klar – Bayern München verschoss und damit den Titel für Werder verspielte, bis hin zum jüngsten Wechsel-Theater um Miroslav Klose, den es – wohin wohl – zu den Bayern zog.
„Die Werkstatt“
„Für immer Grün-Weiß“ erscheint im Verlag „Die Werkstatt“ und kommt im November in den Handel. Auflage: 3000.
Es sind weitere Fan-Bücher anderer Bundesligisten geplant.
Allein im Weser-Stadion
Wie aber kommt ein Junge aus Nordrhein-Westfalen zu einem Club im hohen Norden? „Die Panini-Bilder meiner Schwester Evi haben den Anstoß gegeben“, erzählt Küpper. „Sie fand Rudi Völler ganz süß, und ich habe mich als jüngerer Bruder nach ihr gerichtet.“ Als beim ersten Stadion-Besuch der FC Schalke 04 gegen Werder Bremen spielte, sympathisierte er aus Solidarität mit den Gästen, „weil die Werder-Fans im Stadion eindeutig in der Unterzahl waren“. Werder gewann schließlich durch ein Tor von Rudi Völler mit 1:0 – die Leidenschaft war geboren. Und schließlich ging die Kicker-Liebe auch durch den Magen.
Seinen Ausbildungsplatz als Koch suchte sich Küpper in Bremen, um seinem Klub so nahe wie möglich zu sein. Es klappte mit dem Hotel „Zur Post“, das zufällig für den den guten Geschmack in den Logen des Weser-Stadion verantwortlich war. Logisch, dass sich Küpper für jede dort anfallende Arbeit freiwillig meldete.
Ein Highlight war dabei die Entlassfeier als Koch. Die fand im Weserstadion statt, und Küpper fand die Gelegenheit, ganz im Stil von Franz Beckenbauer nach dem Gewinn des WM-Titels 1990 in Rom, allein über den Rasen der Arena zu flanieren. Einziger Wermutstropfen seines dreijährigen Bremer Aufenthalts: Die Glanzzeit von Werder endete mit dem Beginn seiner Ausbildung und fand erst ihre Fortsetzung, als Küpper 1999 in den elterlichen Gasthof nach Dingden zurückgekehrt war. Die Idee, die jüngere Geschichte seines Lieblings-Klubs aus Sicht eines Fans zu veröffentlichen, entstand im März 2006, als Werder Bremen in der Champions League unglücklich an Juventus Turin scheiterte. Eine Ringbuch-Fassung kam im Bekanntenkreis so gut an, dass Küpper bei einem Verlag vorsichtig anfragte.
Der Verlag „Die Werkstatt“ zeigte Interesse. Nun geht das Koch-Buch mit einer Auflage von 3000 Exemplaren in den Handel. Der Traum des Dingdeners: „Eine Lesung im Weserstadion, das wär’s doch“, sagt er und lacht verschmitzt.
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