Hamminkeln: Ein Rathaus voller Narren
VON ELLEN SCHLÜTTER - zuletzt aktualisiert: 13.11.2006Hamminkeln (RPO). Neue Wege im Hamminkelner Karneval: Prinzenproklamation erstmals unterm Dach vom Bürgerhaus Friedenshalle. Bürgermeister Holger Schlierf rückte Schlüssel zur Macht raus und erteilte Auftrag zum Frohsinn.
„Hamminkeln – Helau“, schallte es gestern Morgen laut von den zahlreichen Narren, die aus dem ganzen Stadtgebiet ins Zentrum angereist war. Zum Auftakt der Karnevalssession blieb Bürgermeister Schlierf keine andere Wahl: Symbolisch übergab er den Schlüssel zur Macht an die neuen Regenten aus Brünen und Dingden.
Gut gelaunt zogen die Karnevalisten unter den Klängen des Tambourcorps Brünen traditionell vors Rathaus, um dort den Bürgermeister abzuholen. Anders als in den Vorjahren wurde hier nur der Schlüssel übergeben. „Hier werden nun Tür und Tor geöffnet für das bunte Narrentreiben“, verkündete der Bürgermeister und trug den neuen Prinzenpaaren auf, in den nächsten Monaten viel Freude zu verbreiten. Dann führte der Weg zur Friedenshalle, wo erstmals die Proklamation stattfand. „Wir wollten der Veranstaltung einen neuen Rahmen geben. Im Bürgerhaus sind wir nicht mehr vom Wetter abhängig“, erklärte Dorthe Müller-Neuhöffer, Schriftführerin der Karnevals-Gemeinschaft Brünen, die diesmals die Prinzenproklamation ausrichtete. Dass diese Veränderung zum richtigen Zeitpunkt kam, bestätigte der Regenschauer, dem die Narrenschar nur knapp entging.
Schlüsselgewalt
Auch der Rathaus-Schlüssel, den Bürgermeister Holger Schlierf rausrücken musste, war in diesem Jahr neu.
Der Zweite Hofmarschall der Karnevals-Gemeinschaft Brünen, Dirk Moschüring, hat den Schlüssel haltbar hergestellt. Der soll schließlich auch in den nächsten Jahren verwendet werden.
Diethelm Eichelberg, Sitzungspräsident und Vize-Vorsitzender der Brüner Karnevalisten führte durchs Programm. Gerne stellte er das neue Paar an der Spitze der Brüner Narren vor: Prinzessin Gudrun I. (Schlarhorst-Schulten) und Prinz Udo I. (Borgard) machten in ihrer Regierungserklärung deutlich, was für sie Programm sein wird: „Fröhlich sein, Spaß haben und gemeinsam Karneval feiern“. Auch Hans Kathage, Sitzungsvize vom Karnevalsclub Dingden (KCD), stellte sein neues Prinzenpaar vor. Doch eigentlich seien Prinz Josef III. und Prinzessin Susanne I. (Hülsken) als Aktivisten im Dingdener Karnevallängst bekannt. Das neue KCD-Kinderprinzenpaar, Daphne I. (Hülsken) und Erik I. (Borgers) zeigte sich schon sehr geübt im „Helau“-Rufen. Nachdem die Prinzenpaare ihre Zepter und damit die Macht in der Hand hielten, wurde dem HVV-Vorsitzenden Heinz Breuer eine besondere Ehre zuteil: Er ist der Erste, dem der Sessionsorden umgehängt wurde. Eichelberg lobte die gute Zusammenarbeit und Breuers Einsatz für den Karneval. Er hörte mit Bedauern, dass es die letzte Session für den HVV-Boss sein wird. Breuer drückte seinen Dank in der Bütt aus: Mit Tusch und viel Humor lobte er die Idee, in der Friedenshalle zu feiern. „Der Bürgermeister hat schließlich genug Narren im Haus.“
Das Programm sorgte für gewohnt ausgelassene Stimmung: Die Mini-Tanzgruppe des KCD entzückte mit ihrem Charme. Weitere Tanzvorführungen brachten Karnevalsfeeling in den Saal. „Wir haben versucht, auch andere Ortsteile mit einzubeziehen“, so Müller-Neuhöffer. Abordnungen aus Havelich und Mehrhoog waren vertreten, einen Sketch nach Noten bot der Schloss-Chor Ringenberg .
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