Hamminkeln: Einmal retten, bitte!
VON ISABELL HÜLSER - zuletzt aktualisiert: 23.03.2010Hamminkeln (RPO). Sicherheit will gelernt sein. Der Dingdener Freibadverein organisiert einmal im Jahr einen Kursus für Rettungsschwimmer. Jetzt war es wieder soweit. 13 Teilnehmer tauchten, schwammen und retteten.
Prüfungskatalog
Die vollständigen Voraussetzungen für das Rettungsschwimmabzeichen in Silber sowie Bronze und Gold können im Internet, auf der Seite der DLRG (www.dlrg.de) nachgelesen werden.
"Beim dritten Treffen bitte alle einen Schlafanzug mitbringen", sagt Helmut Gerritz. Nein, geplant wird keine Pyjamaparty, ganz im Gegenteil: eine Ausbildung für Rettungsschwimmer. Und die müssen für den DLRG-Rettungsschein in Silber so einiges hinter sich bringen. Dazu gehört unter anderem Schwimmen in Kleidung, und zwar 300 Meter in höchstens zwölf Minuten mit anschließendem Entkleiden im Wasser. Und da ist ein Schlafanzug genau das Richtige. 13 Teilnehmer hatten sich jetzt im Hamminkelner Hallenbad eingefunden, um sich auf die Prüfung vorzubereiten. Organisiert wurde der kostenlose Kursus vom Frei-badverein Dingden.
Helfer für Badesaison benötigt
Einmal im Jahr haben hier Schwimmer die Chance, sich auf den DLRG-Rettungsschein vorzubereiten. "Wir erhoffen uns davon natürlich, dass der eine oder andere in der Freibadsaison am Beckenrand aushilft. Aber es ist kein Muss", erklärt Ulla Terörde vom Freibadverein das Angebot. Schließlich betreibt dieser das Freibad in Dingden vom 1. Mai bis 20. Juni, danach übernimmt die Stadt Hamminkeln.
Die vorbereitende Ausbildung auf den DLRG-Rettungsschein führt der mittlerweile im Ruhestand befindliche Schwimmmeister Helmut Gerritz durch. Der Schein wird hier nur in Silber angeboten. Und auch dafür ist einiges zu tun. Deshalb gleich am Anfang ein gut gemeinter Rat vom Profi: "Wenn einer meint, es ist zu viel, dann hört er auf und macht eine Pause", sagt er. An vier Sonntagen wurde das ganze Programm geübt. Die Motivation mitzumachen, ist dabei verschieden. "Ich brauche den Schein für meine Bewerbung bei der Polizei", sagt Carina Diestegge (18). Sportstudent Vito Tchorz (26) muss den Schein dagegen, wie alle Rettungsschwimmer, nach zwei Jahren wieder auffrischen. Los geht es für die elf Männer und zwei Frauen mit einem 400 Meter Schwimmen. In 15 Minuten müssen hier 50 Meter Kraul, 200 Meter Rücken (ohne Arme!) und 150 Meter Brustschwimmen absolviert werden, quasi zum warm werden. Danach heißt es dann Streckentauchen. 25 Meter oder eine ganze Bahn. Zum Glück hat Helmut Gerritz gute Tipps. "Weit vom Startblock abspringen, dann sind es nur noch 23 Meter. Und erst im Sprung atmen", erklärt er. So haben es dann auch fast alle geschafft.
Bei anderen Prüfungselementen muss dagegen Kreativität bewiesen werden. Denn im Hamminkelner Schwimmbad ist weder der Sprung aus drei Metern Höhe, noch das Tauchen in 3,60 Meter Tiefe möglich. Das wird durch drei Sprünge, beziehungsweise das Hochholen mehrerer Gegenstände aus 2,50 Meter simuliert.
Aber auch technisch muss einiges gelernt werden, sowie Basiswissen zur Atmung, Gefahren im Wasser et cetera erworben werden. Besonders wichtig für die Rettungsschwimmer in spe: die drei Befreiungsgriffe. Wie hieß die Übung gleich noch mal? Die Antwort: "Halsumklammerung von hinten." Das bedeutet, die Umklammerung des Opfers zu lösen.
Paarweise wird nun erstmal an Land geübt. Auch im "stehenden Gewässer" mit festem Bodenkontakt klappt es gut. Allerdings: "Die Opfer entwickeln in Panik eine ungeheure Kraft." Gerritz weiß das aus Erfahrung. Und wie man sich auf diese Situation einstellen muss.
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