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Wesel: Fährkopf-Versprechen geplatzt

VON FRITZ SCHUBERT - zuletzt aktualisiert: 05.03.2010

Wesel (RPO). Ärger in Bislich um vertagten Ausbau der Anlegestelle für die "Keer tröch II": Was vor der Wahl recht einfach umzusetzen schien, rückt wegen eines aufwendigen Planfeststellungsverfahrens auf die Wartebank.

Aus dem Umbau des Bislicher Fährkopfes wird 2010 nichts. Die Lage im Naturschutzgebiet erfordert ein großes Planfeststellungsverfahren. Das hätten Verwaltung und Politik den Bislichern auch früher sagen können. Foto: RPO

"SPD-Spitzen mit dem ,lieben Jürgen' auf Stimmenfang" titelte die RP im August kurz vor der Kommunalwahl. Regierungspräsident Jürgen Büssow hatte mit den Weseler Genossen auf einer Radtour die Fähre "Keer tröch II" von Xanten nach Bislich genutzt und dort am Heimatmuseum den Wahlkämpfern Bürgermeisterin Ulrike Westkamp und Landrat Dr. Ansgar Müller den Rücken gestärkt.

Unter anderem hatte er Möglichkeiten für den Ausbau des Fährkopfes angedeutet. Das hörten die Bislicher, die im Dorfentwicklungsprozess den Wunsch geboren hatten, gern. Der Optimismus wich Ernüchterung, denn jetzt will die Büssow-Behörde ein großes Planfeststellungsverfahren. Der Fährkopf rückt auf die Wartebank (RP berichtete).

Info

Das Projekt

Bei der Umgestaltung des Fährkopfes geht es um Besucherlenkung und die Anlage eines kleinen Hafens mit hochwassertauglicher Fährrrampe und Stegen.

Ramms hat Verständnis

Während der Bislicher Ulrich Richartz (CDU) bereits die SPD für ihre "vollmundige Ankündigung" kritisierte, beurteilte Edmund Ramms die neue Lage etwas gelassener. "Dann wird es eben erst 2011 etwas", sagte der Sprecher der Fährgemeinschaft des Heimatvereins. Er hat auch Verständnis, dass die Haushaltsmittel (115 000 Euro) nun auf den Posten Wohnmobilstellplatz in der Aue zurückgeschichtet werden sollen.

Von dem kamen sie einst, doch hatte ein interessierter Betreiber einen Rückzieher gemacht. Nun gibt es, wie berichtet, einen neuen Interessenten und schnellere Möglichkeiten für die Wohnmobilisten. "Das Geld soll jetzt halt verloren gehen", meinte Ramms. Das Problem sei eben, dass das von der Bezirksregierung geforderte Verfahren länger dauert.

Zurzeit verwehrt Hochwasser den Zugang zum Fährkopf, rechts zweigt die Rinne ab, wo der Hafen entstehen soll und der Nabu einen Durchfluss plant. Foto: RPO

"Nicht deutlich genug gesagt"

"Es ist klar, dass es im Naturschutzgebiet gewisse Prozessabläufe gibt", sagte Klaus Kretschmer (Biologische Station). Er wundere sich, dass dies im Dorfentwicklungsprozess von Behördenvertretern wohl nicht deutlich genug gesagt wurde. "Jeder muss wissen, dass so was drei Jahre dauert. Jetzt sind die engagierten Bislicher enttäuscht", sagte Kretschmer.

Er selbst plant für das unmittelbar angrenzende Projekt der durchströmten Rheinnebenrinne ebenfalls viel Zeit ein. Obwohl hier ein großes Planfeststellungsverfahren nicht erforderlich ist, weil das Vorhaben des Nabu Kranenburg der Optimierung der Natur dient.

Die Rinne soll 2500 Meter lang und 18 bis 40 Meter breit werden. Das Projekt soll bis 2015 umgesetzt werden, kostet rund 2,6 Millionen Euro. Die Hälfte zahlt die EU, 1,1 Millionen kommen vom Land. Schlammige Flussufer sollen Vögeln und Fischen dann bessere Bedingungen bieten. www.rp-online.de/wesel

Quelle: RP

 
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