Wesel: Farbspiele der Natur
VON CORNELIA KRSAK - zuletzt aktualisiert: 18.04.2009Wesel (RPO). Der Niederrheinische Kunstverein präsentiert von morgen an im Centrum die Ausstellung mit Bildern von Nora Ehrlich aus Hünxe. Die ehemalige Ringenberger Stipendiatin lässt sich von der Natur inspirieren.
Gewaltige Wolkenberge türmen sich zu einer dichten Wolkendecke auf. Der Himmel erscheint übermächtig gegenüber dem schmalen Streifen Land oder Wasser am unteren Bildrand. Die Natur bringt eine Fülle von Farben hervor, die schillernden Wolken im Gemälde wirken fast ein wenig zu bunt. Ist denn da überhaupt eine Landschaft zu sehen? Oder ist die spontane Assoziation von Himmel, Meer und Weite nur das Produkt der eigenen Fantasie, die das Naheliegende, Vertraute zu erkennen glaubt?
Je länger man hinsieht, desto intensiver kommt das Bild als ebene Fläche in den Blick. Statt Wolken entstehen vor dem Auge farbige Flecken, die sich über- und nebeneinander legen. Die Wahrnehmung beginnt hin- und herzukippen: Aus der Landschaft wird Malerei, aus der Malerei Landschaft. Dieser Wechsel von der gegenständlichen Ebene zur Abstraktion ist ein Merkmal vieler Bilder von Nora Ehrlich.
Ausstellungszeiten
Die Ausstellung in der Galerie im Centrum wird morgen um 11.30 Uhr eröffnet.
Die Bilder der Künstlerin Nora Ehrlich sind bis zum 31. Mai 2009 zu sehen.
Öffnungszeiten: Di-Fr 10.30-18.30 Uhr, Sa 10.30-13 Uhr und So 11-17 Uhr.
42 Arbeiten sind zu sehen
Die Malerin stellt ab morgen 42 Ölgemälde und Papierarbeiten im Städtischen Museum im Centrum aus. Bereits 2000 präsentierte der Niederrheinische Kunstverein hier eine Werkschau der Künstlerin. Die aktuelle Ausstellung macht Weiterentwicklungen sichtbar. Das zeitliche Spektrum der gezeigten Werke reicht von 2002 bis heute.
Allen gemeinsam ist ihr Bezug zur Natur, aus der die Malerin Inspiration schöpft, ohne in der Aussage naturalistisch zu sein. "Die Natur fasziniert mich", sagt Ehrlich. Vor allem das reiche Farbenspiel regt die Malerin an. "Das kann eine sonnenbeschienene Landschaft sein, die Farbe einer Blume, ein Schmetterlingsflügel oder das Flimmern von Regentropfen auf Blättern im Wald", so die Künstlerin. Ihre Bilder tragen Titel wie "Herbstleuchten" oder "Farbwege im Juli" und spiegeln den jahreszeitlichen Wechsel und andere Natureindrücke. Bei der gestalterischen Umsetzung geht es ihr mehr um eine vage Vorstellung dessen, was sie empfunden und wahrgenommen hat. Bewegung von Licht und Farbe spielt dabei eine große Rolle. Bei den früheren Bildern ist die "Fließrichtung" meist horizontal. Andere wirken wie gebaute Farbgefüge. Ihre Ölfarben bereitet Ehrlich aus Pigmenten und Leinöl zu. "Die Qualität ist schöner und die Farben lassen sich verfeinern", so die Malerin. Für Papierarbeiten verwendet sie neben Öl auch Eitempera, Acryl oder Pastellstifte. Nora Ehrlich wurde 1954 in Bonn geboren, studierte Bildhauerei und Malerei in Düsseldorf. 1985 verbrachte sie als Stipendiatin im Schloss Ringenberg. Seit zwei Jahren lebt die Künstlerin in Hünxe.
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