Wesel: Feuer und Flamme fürs Stadtfest
VON ISABELL HÜLSER - zuletzt aktualisiert: 09.08.2010 - 11:17Wesel (RPO). Das Stadtfest brachte auch in diesem Jahr Licht ins Dunkel des Weseler Nachthimmels. Tausende strömten zum Feuerwerk und in die Aue. Dort glühten zum zweiten Mal Heißluftballons. Auch Drachen leuchteten herrlich. Amt Tag sorgte das Vereinsfest für ein buntes Treiben in der City.
"Jetzt gucken wir uns erst einmal an, wie die Ballons aufstehen", sagte ein Vater zu seiner Tochter. Eine gute Idee, denn das Schauspiel, welches sich am Freitagabend bot, konnte sich sehen lassen. Zehn riesige Heißluftballons erhoben sich langsam von der Wiese am Flugplatz Römerwardt. Aber nicht um, wie üblich gen Himmel zu steigen, sondern für eine besondere PPP-Attraktion. Nach der Premiere im vergangenen Jahr konnten Tausende Besucher erneut ein außergewöhnliches Lichtspektakel bewundern: das Ballonglühen.
"Nach dem großen Erfolg 2009 haben wir jetzt zehn Ballons mitgebracht, drei mehr als noch vor einem Jahr", erklärte die Weseler Ballonfahrerin Tina Hagdorn. Mit "wir" waren befreundete Ballonfahrer – unter anderem aus Duisburg und Schermbeck – gemeint. Nach gut 20 Minuten standen die überdimensionalen Fackeln im gewünschten Halbkreis – Wesel und ein Ballon (in Form eines auf dem Kopf stehenden Männchens) standen Kopf, als die Ballons bei Anbruch der Dunkelheit die beginnende Nacht erhellten. Zu Musiktiteln wie "Nessun Dorma", "Music" und "Conquest of paradise" glühten sie,Tina Hagdorn am Funkgerät sei Dank, dem Takt entsprechend. Das gab sogar Zwischenapplaus von den zahlreichen Zuschauern auf dem Flugplatz und dem Deich.
Termin verschoben
Das Nachtdrachenfliegen, das, wie das Drachenfest, 2009 erstmalig im Rahmen der PPP-Tage stattfand, wurde in diesem Jahr von Samstag auf Freitag verschoben. "Wir wollten möglichen Überschneidungen mit dem traditionellen Feuerwerk und dem Fackelschwimmen aus dem Weg gehen", erklärte Peter Wanders.
Pyrotechnik und Flutlichter
Auch im Anschluss an das Ballonglühen blieb der Weseler Nachthimmel nicht dunkel, es übernahmen die Nachtdrachenflieger aus Osnabrück und dem Schwarzwald mit der Show "Kites on fire". Aliens, Teufel, Deltas – allesamt von farbigen Flutlichtern angestrahlt – zauberten eine mystische Nachtstimmung. Teilweise waren die Flugobjekte, die aufgrund des kaum vorhandenen Windes nur durch den Laufeinsatz der Drachenflieger am Himmel blieben, mit Pyrotechnik ausgestattet.
Einen Tag später stiegen anlässlich des Drachenfestes am Flugplatz viele Dutzend Drachen in die Luft. "Die sind schon von der Rheinbrücke aus zu sehen", freute sich Organisator Peter ("Pit") Wanders von der Firma Elliot. Er hatte eigens für das Fest bei der Bezirksregierung eine Genehmigung für Flughöhen bis zu 600 Meter eingeholt. So konnte eine sechsköpfige Gruppe aus Frankfurt und dem Saarland mit sechs Drachen Formationen bilden – zum Beispiel einen Ball, der auf Kommando auseinanderdriftete. Allerdings fiel der Wind schwächer aus, als gewünscht. Doch getreu dem Motto "Fliegt nicht, gibt's nicht" pustete Maike Düsing vom Osnabrücker Drachenclub einmal kräftig und ihr 35-Meter-Oktopus stieg wieder auf.
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