Wesel: Feuerwehr leistet Geburtshilfe auf dem Rhein
zuletzt aktualisiert: 14.11.2009Wesel (RPO). So etwas hat Heiko Hemmers von der Feuerwehr Wesel noch nicht erlebt: "Oft sind wir an Land mit dabei, wenn sich eine Geburt ankündigt. Dann stehen wir dem Rettungsdienst zur Seite und fahren meist bis vor die Haustür." Doch am 31. Oktober gegen 19.30 Uhr wurde Hemmers, der an diesem Samstagabend Bereitschaft hatte, zu einem Geburtshilfe-Einsatz auf dem Wasser gerufen.
"Ein Paar aus den Niederlanden war mit ihrem Motorschiff bei Xanten unterwegs, als es einen Notruf über Funk absetzte", berichtet der Löschbootführer der Feuerwehr. Die Fruchtblase der Frau sei geplatzt. Die Geburt kündigte sich an. "Wenn wir auf dem Wasser mit dem Boot im Einsatz sind, weiß man nie genau, was einen erwartet. Die Spannung bleibt, bis man anlegt und die betroffenen Personen auf dem Schiff sieht", weiß Heiko Hemmers aus Erfahrung.
Vom Stadthafen aus steuerte er am 31. Oktober, gemeinsam mit einem Notarzt an Bord, das Motorschiff "Deo Gracias" an. "Die Frau befand sich in der 34. Schwangerschaftswoche, und da die Gänge des Schiffs so eng waren, mussten wir sie mit einem Tragetuch auf das Löschboot heben", sagt Hemmers. Mit der Feuerwehr ging's Richtung Ufer, wo bereits ein Rettungswagen wartete. "Die Frau wurde ins Marien-Hospital gebracht, wo dann das Mädchen Julia zur Welt kam."
Jetzt erreichte die Wehr als Dank für ihre schnelle Hilfe ein Foto, das die junge Familie auf ihrem Schiff zeigt. "So ein Dankeschön bekommen wir nicht alle Tage", sagt Hemmers. "Das ist wirklich schön!"
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