Schermbeck: Feuerwehr ist auf der Höhe
VON HELMUT SCHEFFLER - zuletzt aktualisiert: 29.04.2008Schermbeck (RPO). Schermbecker Wehrleute absolvierten einen Lehrgang zur Höhenrettung. Auf einem Gelände der Firma Nelskamp seilten sie sich aus 20 Metern ab. Gerätesatz zur Absturz-Sicherung gehört zur Ausstattung der Retter.
Knotenpunkte
In der Grundausbildung übten die Wehrleute Knotentechniken.
So verlangt ein Achterknoten zum Einbinden in den Gurt eine andere Technik als ein HMS-Knoten, mit dem man den vorsteigenden Kameraden sichert.
Ein scheuer Blick nach unten. Nur langsam löst Patrick Striewe die Hände vom Eisengestänge der Kranbahn, tastet sich vorsichtig mit dem Fuß in den leeren Raum unter sich, als stünde ein Absturz in ein zehn Meter tiefes Loch unmittelbar bevor. Das Seil hält den jungen Oberfeuerwehrmann, dessen angespannte Gesichtszüge sich zu einem befreienden Lachen aufhellen, als er langsam der gepflasterten Fläche am Boden entgegenschwebt. Die Abseilübung auf dem Gelände des Gartroper Zweigwerkes der Dachziegelfirma Nelskamp bildete den Abschluss eines Lehrganges zur Höhenrettung, den die Freiwillige Feuerwehr jetzt veranstaltete.
60 Meter langes Seil
Die Leitung des 16-stündigen Kurses übernahm Brandinspektor Günther Rößmann vom Löschzug Altschermbeck. Am Institut für Feuerwehren in Münster war er für die Höhenrettung ausgebildet worden. Beim Schermbecker Lehrgang wurde er von den Berufsfeuerwehrmännern Thomas Bienbeck und Frank Schumann unterstützt.
Vor geraumer Zeit hatte die Feuerwehr Schermbeck einen Gerätesatz zur Absturzsicherung erhalten. Dazu gehören ein 60 Meter langes Kernmantel-Dynamikseil, Karabinerhaken, Auffanggurte und Bandschlingen. „Es ist uns wichtig, dass die Wehrleute den Umgang mit den Geräten erlernen“, begründete Rößmann den Schermbecker Lehrgang. Das Vertrauen zu den Geräten müsse gestärkt werden. Zudem müsse jeder Feuerwehrmann seine Grenzen kennenlernen.
Einsätze mit dem Gerätesatz zur Absturzsicherung hat es zwar in Schermbeck noch nicht gegeben, aber sie sind durchaus denkbar. Bei Silos, die höher sind als die Drehleiter der Feuerwehr, könnte der Einsatz irgendwann ebenso erforderlich werden wie bei Einsätzen auf Dächern oder Werksanlagen.
Herausforderung macht Spaß
Auf dem Nelskamp-Gelände boten das hohe Zementsilo und die riesigen Kranbahnen den Schermbecker Wehrleuten zahlreiche Trainingsmöglichkeiten. „Es ist schon eine besondere Herausforderung, in 20 Metern Höhe herumzuklettern“, bekannte André Paus. „Aber es macht Spaß“, betonte Christian Loges am Ende eines gelungenen Aufstiegs und Abseilens am Silo. Dass Klettern auch weiblichen Wehrleuten Spaß bereiten kann, bewies Verena Beckmann vom Löschzug Gahlen, die als einzige Frau dabei war.
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