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Wesel/Rees: Fördern steht im Mittelpunkt

VON MARKUS BALSER - zuletzt aktualisiert: 13.10.2008

Wesel/Rees (RPO). Vor 40 Jahren wurde die erste Werkstatt der Lebenshilfe Unterer Niederrhein gegründet. Was einst als „beschützende Werkstatt“ bezeichnet wurde, funktioniert heute wie ein moderner Betrieb.

Info

Festakt

Am kommenden Freitag veranstaltet die Lebenshilfe Unterer Niederrhein im Bürgerhaus Rees einen Festakt für geladene Gäste zum 40-jährigen Bestehen ihrer Werkstätten.

Im September kommenden Jahres soll dann eine Festveranstaltung für alle Interessierten in Groin stattfinden.

Auf den ersten Blick liest sich die Geschichte der Lebenshilfe Werkstätten am unteren Niederrhein wie die Erfolgsstory eines ganz normalen Unternehmens. Doch es gibt einen Unterschied: Hier geht es um besondere Menschen.

Angefangen hat alles vor 40 Jahren in einem ehemaligen Bauernhof in Groin, einem damals noch selbstständigen Ortsteil von Rees mit gerade mal 146 Einwohnern. 20 geistig Behinderte bekamen zu Beginn auf dem umgebauten Hof zum ersten Mal in ihrem Leben Arbeit. Sie stellten Puppenstuben her und verpackten Plastikbestecke. Heute gibt die Lebenshilfe 750 Menschen die Möglichkeit, in ihren Werkstätten zu arbeiten, die auf die Standorte Groin, Alpen und Wesel (Gewerbegebiet Am Schornacker) verteilt sind.

Vielfältige Tätigkeiten

Die Geschichte der Werkstätten ist untrennbar mit dem Engagement von Dr. Leo Pünnel (Wesel) verbunden, der die Idee des Lebenshilfe-Gründers Tom Mutters aufgriff und an den Niederrhein brachte. Dr. Pünnel verstarb zwar vor vier Jahren, erlebte den Wandel der Werkstätten, den er selbst stets voran getrieben hatte, aber noch mit.

Ein Wandel, der nicht nur an den ursprünglichen Namen der Einrichtung („Anlern-Werkstatt“ und „beschützende Werkstatt“) festzumachen ist. Auch die Tätigkeiten haben sich im Laufe der Jahre radikal verändert. „Sie sind vor allem vielfältiger geworden“, erklärt Verena Birnbacher. Sie ist seit vier Jahren Geschäftsführerin der Lebenshilfe. Mit modernen Maschinen werden heute Holz, Plastik oder Metall verarbeitet. Im Bereich Garten-/Landschaftsbau ist die Lebenshilfe Unterer Niederrhein ebenfalls aktiv. Sie ist damit zu einem der großen Arbeitgeber der Region geworden und ein Dienstleister für die Industrie. Zu den Kunden gehören unter anderen Siemens, D.R.A.I. und Gimborn.

Fördern steht im Mittelpunkt

In der Arbeit der Werkstätten, die zum Großteil vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) finanziert werden, steht heute das Fördern im Mittelpunkt und die Selbstständigkeit der Menschen. Der Weg dorthin war allerdings kein einfacher. Denn Menschen mit Behinderungen hatten vor vier Jahrzehnten in aller Regel kaum Berührungspunkte mit der übrigen Bevölkerung. „Zum Teil wurden sie sogar versteckt. Und es gab auch keine Berufsbilder, die sich mit der Betreuung und Förderung von Menschen mit Behinderungen auseinandersetzten. Gott sei Dank hat sich dies bis heute grundlegend geändert“, sagt Geschäftsführerin Verena Birnbacher.

Quelle: RP

 
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