Wesel: Fröhliche Vor-Weihnachten
zuletzt aktualisiert: 19.11.2008Wesel (RPO). Erwin Krämer, Pfarrer der Ev. Kirchengemeinde Haffen-Mehr-Mehrhoog hat sich auf nachdenklich-humorvolle Art Gedanken gemacht zum Lichterabend und Kerzensonntag in Dingden. Er warnt: „Vorsicht Satire!“ Hier sein „(Alp-)Traum“ im Wortlaut:
2013 – Dingden beginnt die Adventszeit am 1. Advent. Ein aufsehenderregender Wettbewerb feiert Jubiläum! Zum 5. Mal wurde in den Ortsteilen Hamminkelns der Wettbewerb ausgetragen: Wo wird das beste Event zum 1. Advent gefeiert? Doch schauen wir zurück: Bürger beginnen oft in dunkler Kälte am ersten Adventssonntag mit Weihnachtsmärktchen. Manchmal schneit es gar! Trinken ist eintönig: Glühwein und Tee. Ungewohntes Gebäck: Spekulatius, Plätzchen. Kaum ein Kind kannte den Geschmack. Es wird ja gerade erst in den Geschäften angeboten. Nein, so konnte es nicht weitergehen! Da wurde der Wettbewerb ausgerufen: Wo ist das beste Event zum Advent?
2008 – Dingden beginnt damit, am Volkstrauertag den Advent einzuläuten. Egal, ob ein Lichterabend gefeiert wird oder Kerzen auf Gräbern zur Erinnerung der Opfer von Krieg und Gewalt brennen. Die Adventskränze haben sechs Kerzen, so kommt man bis Weihnachten.
2009 – Mehrhoog kontert. Der Nikolaus- wird Martinsmarkt. Schließlich hat Martin genauso einen roten Mantel um wie der Nikolaus. Laternen leuchten so schön wie Kerzen am Adventskranz.
2010 – Brünen hat die Nase vorn. Statt Erntekrone wird ein Adventskranz aufgehängt. Der Ernte-Advents-Markt wird ein ungeheurer Erfolg. Brünen hat sich einen besonderen Service ausgedacht: Die Feuerwehr bekommt die Adressen der Weihnachtsbaumkäufer. Denn die Bäume sind an Weihnachten schon ziemlich trocken.
2011 – Loikum hält mit. Zur Mittsommernacht werden Tannenbäume aus Schweden aufgestellt, Rudolph, the red-nosed-rendeer ist da. Weihnachten wird am Strand der Issel mit einer Beachparty gefeiert. Die Kiesgrube Egalwietief liefert den Sand. Es herrscht eitel Weihnachtsfrieden zwischen Umweltschützern und Abgrabern.
2012 – Nun ist Hamminkeln Dorf am Zug. Da für Weihnachtsmann und Osterhasen dieselben Schokoladenformen verwendet werden, feiert man Weihnachten „pur“: Jeder kriegt den Schoko-Weihnachts-Hasen-Oster-Mann „nackt“, kann ihn mit Stanniol gestalten.
2013 – Dingden hat die Nonplus-ultra-Idee und legt den Adventsmarkt auf den 1. Advent! Die anderen Stadtteile geben sich geschlagen. Da tippt mich meine kleine Tochter auf die Schulter: „Papa, noch zehn Tage, dann mache ich das erste Türchen auf!“ – Gott sei Dank, alles nur geträumt, oder?
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