Wesel: Gemeinsam fürs Viertel
VON JÖRN LOTZE - zuletzt aktualisiert: 15.05.2007Wesel (RPO). Nach zwei Jahren ist die Pilotphase bei den Immobilien- und Standortgemeinschaften (ISG) vorbei. Die Händler und Hauseigentümer ziehen eine positive Bilanz und haben noch viel vor.
Podiumsdiskussion
Auf dem Programm des heute um 19 Uhr beginnenden ISG-Infoabends steht ab 20 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema Einzelhandel. Mit dabei: Astrid Schulte (IHK), Wilhelm Bommann (Handelsverband), Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, Sabine Ostrop (Werbegemeinschaft).
Wer in den vergangenen Monaten durch die Brückstraße flanierte, konnte es spüren. Im Viertel um den Dom hat sich einiges verändert. Die Laternen sind mit Blumen verziert. Es gibt regelmäßig Aktionen. Alles wirkt einladender als früher. Die Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Domviertel, die im September 2005 ihre Arbeit aufgenommen hat, hat vieles bewirkt – genauso wie die ISG Cityachse in der Korbmacher- und Kreuzstraße, die es seit August 2006 gibt.
Nach zwei Jahren Betreuung durch die die Dortmunder Stadtentwickler von Junker und Kruse, müssen die Gemeinschaften jetzt auf eigenen Beinen stehen. Heute Abend ziehen die Beteiligten im Rathaus Bilanz und wagen einen Blick in die Zukunft.
„Am Anfang lief es noch schleppend“, sagt Stefanie Steinhauf vom Modehaus Babiacki. Sie ist Sprecherin der ISG Domviertel. „Die professionelle Hilfe war schon wichtig.“ Die Leute seien motiviert worden und der ISG wurde eine Menge organisatorischer Ballast abgenommen. Heute machen 24 Einzelhändler, Hauseigentümer, Gastronomen und auch Ärzte mit. „Die Patienten sollen sich auch auf dem Weg zur Praxis wohlfühlen“, erklärt Dr. Hans-Georg Arping sein Engagement. Ein Dutzend Leute beteiligt sich aktiv an den Planungen und Durchführungen von Veranstaltungen. Die anderen unterstützen die Aktionen finanziell. Nur die Filialisten halten sich zurück.
Bei der ISG Cityachse machen rund 50 Händler und Eigentümer mit. Gut 60 Prozent der Geschäfte seien mit dabei, erklärt ISG-Sprecherin Margitta Schultz von der Dessous-Boutique Lady Pur. Der harte Kern der Aktiven bestehe aus rund 20 Leuten. Zu Weihnachten sorgte die ISG für festliche Beleuchtung und verwandelte die Geschäfte der Achse in einen riesengroßen Adventskalender. Jeder Laden hatte an einem anderen Tag eine Überraschung für die Kunden im Angebot: vom Reisegutschein über Gratis-Cola bis zum Döner war alles dabei.
Ein Verein soll es richten
Nachdem sich die Organisatoren von Junker und Kruse jetzt zurückziehen, soll künftig ein Verein für die nötige Struktur sorgen, kündigt Hausbesitzer Jürgen Engelking an. Im Juni soll es so weit sein. Und auch weitere Projekte seien geplant: Ein Schild soll den Passanten auf der Hohen Straße den Weg zu den Fachgeschäften auf der Korbmacher- und Kreuzstraße zeigen.
„Die Resonanz der Kunden ist positiv“, resümiert Michael Day von Lederwaren Theinert in der Brückstraße über die Arbeit der ISGs. Das wichtigste sei aber, dass man miteinander spricht. „Da ist eine Gemeinschaft zusammengewachsen.“
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