Hamminkeln: Glück statt Druck: Musikschule feiert
zuletzt aktualisiert: 18.05.2009Hamminkeln (RPO). "Leben ohne Musik wäre ein Irrtum!" Das Nietzsche-Zitat stellte Musikschulleiter Ulrich Ingenbold beim Festakt zum 40-jährigen Jubiläum der Musikschule Hamminkeln-Ringenberg ins Zentrum. Zuvor hatte Musikvereins-Vorsitzender Manfred Sinowczik einen geschichtlichen Abriss von der Geburtsstunde am 17. Mai 1969, als man begann, "52 Schülern in einer Garage die Flötentöne beizubringen", bis zur jetzigen Einrichtung mit 13 hauptamtlichen Lehrern und 700 Schülern aufgezeigt (RP berichtete).
Ingenbold hob in seiner Festrede darauf ab, dass man hier "niveauvolles Laienmusizieren" intendiere. "Wir sind nicht erpicht auf Leistungsträger und wollen keine Schule sein, die Schwellenängste aufbaut!" Vielmehr rückte er den Begriff "Glück" in den Fokus, auch am Beispiel jener kleinen, musizierenden Schüler, die im Dingdener St. Josef-Haus regelmäßig Freude ans Krankenbett bringen. Er betonte den Stellenwert des JeKi–Projekts und das Kursangebot "Musikzwerge" für unter Dreijährige, die hervorragende Resonanz beim jährlichen "musikalischen Dorfspaziergang" sowie die Möglichkeit zu Kontinuität in der überreichlich vorhandenen Freizeit im Erwachsenenchor. Unter anderem schilderte Ingenbold seine erste Begegnung mit Ringenberg: "Als ich vor 25 Jahren aus Berlin hierher kam, die Tudor-Fassade von Bovenkerk, das Schloss, den Lindenplatz sah und die Musik aus den Räumen an der Zingelstraße hörte, wusste ich: Hier ist die Welt noch in Ordnung."
Bezüglich der wirtschaftlich ungewissen Zukunft meinte Ingenbold im Vertrauen auf Stadt und Sponsoren: "Wir bleiben gelassen. Wir haben die Tücher für sechs Jahre im Trockenen." Dem folgte Bürgermeister Holger Schlierf in seinem Grußwort. Musikalisch umrahmt war die Veranstaltung durch Kammermusik von Vivaldi bis Liszt. Unter den vielen persönlich geehrten Gästen, die die Bühne kaum fasste, waren auch die Pioniere der ersten Stunde: Klaus Berendsen, Werner van der Sande und Änne Schmitz.
Von Bach bis Beatles
Beim Festkonzert in der Realschule bewiesen die Musiker Aufgeschlossenheit für moderne und alte Musik. Ins kunterbunte Programm von Bach bis Beatles startete als Muntermacher das Percussion-Ensemble an Conga, Bongo und Cajon. Später gab es Country im Blockflötenformat, Bourrées von Bach im Sax-Style oder ein farbenfrohes "Air" in Flöte/Sax/ Percussion-Besetzung. Das Keyboard-Doppelquartett präsentierte ebenso fabelhaft wie seine junge Vorgruppe. Als Erwachsenengruppen punkteten die Geigen mit "Sarabande" (Händel) und der Chor als Schlusspunkt mit Chattanooga Choo Choo und Barbara Ann. Mit einem exzellentem Sax-Solo überraschte Lehrer Volker Lütfring.
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