Wesel: Gospel-Fieber im Dom
VON INES KLEPKA - zuletzt aktualisiert: 11.01.2010Wesel (RPO). Die Black Gospel Stars ließen im Willibrordi-Dom keine Kälte aufkommen. Mit überwältigender Stimmkraft und wohldosierter Choreografie brachte die zehnköpfige Gruppe die Zuhörer zum Mitsingen und Klatschen.
Einen mitreißenden Blick hinter die Kulissen des afro-amerikanischen Spirituals boten am Freitagabend die Black Gospel Stars in Wesel. Im voll besetzten Willibrordi-Dom entführten sie ihr Publikum für fast zwei Stunden in die imposanten Sphären des Gospels.
Mit beeindruckender Virtuosität und überwältigender Stimmkraft eroberte die zehnköpfige Gruppe die Herzen des bunt gemischten Publikums: Die sieben Sänger und drei Instrumentalisten trafen mit ihrer facettenreichen Mischung aus ergreifenden Momenten und schwungvollen Folgen den Geschmack der Zuhörer. Unter der Leitung von Donna Brown und angeführt von Reverend Mel Canady begab sich der Chor vor der ehrwürdigen Kulisse des Gotteshauses auf eine Reise durch die Vielfalt der Gospelsongs. Klassiker wie "Go tell it on the mountains" kamen im neuen Gewand daher, stimmten das Auditorium aufs Gospel-Feeling ein. "Oh, what a beautiful city" schöpfte aus der ganzen Fülle der Tonleiter, kam beinahe wie eine Arie daher, während "Swing low, sweet chariot" mit seinen leisen Tönen eine Atmosphäre voll anrührender Intensität aufbaute.
Kirchenmusik
Das englische Wort Gospel bedeutet so viel wie Gute Nachricht. Im engeren Sinne wird unter Gospel die Kirchenmusik afroamerikanischer Gemeinden verstanden, die sich durch Jazz- und Blueseinflüsse auszeichnet (Black Gospel).
Karriere am Broadway
Immer wieder ein Höhepunkt: Die Soli von Queen Yahna, die bereits auf eine Karriere am Broadway und Auftritte im Weißen Haus zurückblickt. Charismatisch und voll Leidenschaft gab sie sich der spirituellen Musik hin, sang eine eindrucksvolle Version von "Bridge over troubled water". Doch auch das Zusammenspiel der professionell auftretenden Gruppe überzeugte: In perfekt aufeinander abgestimmter Harmonie und mit wohldosierter Choreografie sorgten die zehn Künstler für ein stimmungsvolles Ambiente. Mit strahlendem Lächeln und sichtbarer Freude an ihrer Performance traten sie auf, und schnell sprang der Funke auf das Publikum über.
Das "Joyful, joyful" verzauberte die Gäste mit seiner offenen Fröhlichkeit und den enthusiastischen Passagen. Schnell nahmen Jung und Alt den Takt in sich auf, klatschten bei den fröhlichen Songs mit, schwiegen andächtig bei den leisen Nummern. Und spätestens beim Gospel-Evergreen "Oh happy day" riss es auch den Letzten von den Stühlen und Bänken. Die aufkommende Kälte in der Kirche hatte keine Chance gegen das kollektive Gospel-Fieber. Gemeinsam wippten und sangen alle, stimmten in den abschließenden langen Schlussapplaus mit ein.
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