Kreis Wesel: Grüner Landratskandidat
VON STEFFEN PENZEL - zuletzt aktualisiert: 01.09.2008Kreis Wesel (RPO). Die Grünen haben sich auf ihrer Kreismitgliederversammlung in der Dinslakener Kathrin-Türks-Halle mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, einen eigenen Kandidaten gegen Landrat Dr. Ansgar Müller (SPD) aufzustellen.
Die Entscheidung war klar und deutlich. Gerade mal vier Kreismitglieder der Grünen enthielten sich. Die restlichen 34, dazu gehörten Fraktionssprecher Hubert Kück und die Kreisvorstandsmitglieder Beate van Laak, Peter Nienhaus, Petra Schmidt-Niersmann und Christian Winterberg, sprachen sich dafür aus, im kommenden Jahr einen eigenen Landratskandidaten gegen Amtsinhaber Dr. Ansgar Müller (SPD) ins Rennen zu schicken.
Klares Zeichen an die Wähler
Der Entscheidung auf der Kreismitgliederversammlung vorausgegangen war eine halbstündige Diskussion, ob es Sinn macht, einen eigenen Kandidaten aufzustellen. Macht es, befand Hubert Kück. Den Gerüchten, die Grünen würden Kreisdirektor Ralf Berensmeier (CDU) unterstützen wollen, nahm er schnell die Nahrung. „Wir brauchen ganz sicher einen eigenen Kandidaten.
Wir müssen die Chance nutzen, über unseren Kandidaten grüne Inhalte zu transportieren.“ Ein eigener Kandidat sei zudem ein klares Zeichen an die Wähler. Kück: „So machen wir deutlich, dass wir eine wichtige Fraktion im Kreistag stellen und dass wir gewillt sind, den Kreistag noch ökologischer zu machen.“
Für Beisitzerin Christel Winterberg führt kein Weg am eigenen Kandidaten vorbei. Einem Bündnis gegen Dr. Ansgar Müller mit den Christdemokraten erteilte sie eine klare Absage. „Ich fände es mehr als unglücklich, wenn wir einen CDU-Kandidaten unterstützen würden. Wir sollten für uns alleine kämpfen und wären sicherlich gut beraten, einen eigenen, glaubwürdigen Kandidaten ins Rennen zu schicken“, sagte sie und erntete zustimmendes Kopfnicken im Saal.
Ganz anderer Meinung war Helga Franzkowiak. Die glaubt, ein grüner Kandidat würde nur Dr. Ansgar Müller in die Karten spielen. „Er hat sowieso schon seinen Amtsinhaber-Bonus. Wenn wir auch einen Kandidaten aufstellen, verteilen sich natürlich die Stimmen gegen ihn auf einen weiteren Kandidaten. Das macht keinen Sinn.“ Sie sei vielmehr der Meinung, die Grünen sollten sich den Wählern lieber nur inhaltlich stellen. „Wir haben genug Profil. Ich bin mir sicher, dass wir den eigenen Kandidaten nicht brauchen.“
Wer’s macht, ist noch offen
Wer für die Grünen als Landtagskandidat in den Wahlkampf zieht, ist noch offen. Die Grünen wollen sich in den kommenden Wochen in Ruhe zusammensetzen und über einen Kandidaten beraten. Der soll dann Anfang des Wahljahres offiziell vorgestellt werden. Vor fünf Jahren zeigte Hubert Kück Flagge.
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