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Wesel: Häfen: Duisburg winkt ab

VON MIKE MICHEL UND THOMAS HESSE - zuletzt aktualisiert: 25.03.2010

Wesel (RPO). Duisburgs Hafen-Chef: "Niederrhein brauchen wir nicht". Er zweifelt wirtschaftliche Tragfähigkeit der Kooperation mit Kreis-Weseler-Häfen und Masterplan an. Und: "Wäre Lippe-Mündungsraum ein Hotspot, wäre hier mehr los."

Wesels Hafen künftig ein Agrarhafen – ob es zu diesem Schritt in die Nische innerhalb einer Häfen-Kooperation mit Duisburg kommt, ist nach kritischen Tönen aus der Revierstadt zweifelhaft. Im Mai gibt es einen Masterplan.  Foto: RPO
Wesels Hafen künftig ein Agrarhafen – ob es zu diesem Schritt in die Nische innerhalb einer Häfen-Kooperation mit Duisburg kommt, ist nach kritischen Tönen aus der Revierstadt zweifelhaft. Im Mai gibt es einen Masterplan. Foto: RPO

Duisburgs Hafen-Chef Erich Staake hat sich auf der gestrigen Bilanzpressekonferenz der duisport-Gruppe skeptisch zu Hafenkooperationen am Niederrhein geäußert. "Wir brauchen den Niederrhein in keiner Weise, wirklich nicht", so Staake wörtlich. Die Vorstellung einer Zusammenarbeit der Häfen Duisburg, Orsoy, Emmelsum, Wesel, Rhein-Lippe und Emmerich sei auch nicht von duisport ausgegangen, sondern von der Landesregierung herangetragen worden.

Es sei zweifelhaft, ob eine derartige Entwicklung "überhaupt aus sich selbst heraus wirtschaftlich tragbar sei". Die Aussage trifft in eine Situation, in der Wesel, Dinslaken, Voerde und der Kreis Wesel auf den Hafen-Masterplan warten. Im Gespräch ist, dass sie eine gemeinsame Hafen-Gesellschaft gründen. In Wesel ist vom Ampel-Bündnis politisch eingestielt, als Agrarhafen eine Nische zu besetzen. Ob sich dies trägt und mit Duisburg umzusetzen ist, weiß seit gestern niemand.

Info

Kräftespiel

In Vorgesprächen mit dem Hafen-Gutachter vom Fraunhofer-Institut letzte Woche ging es um eine gemeinsame Gesellschaft der Kreis Weseler-Häfen und Emmerichs. So sollen Nischen genutzt und die Vermarktung auf eine breite Basis gebracht werden.

Dies hatte auch der neue IHK-Präsident aus Wesel, Burkhard Landers, gefordert. Er sieht das bisherige Kräftespiel kritisch.

"Logport Rhein-Ruhr" an der A 3

Staake erinnerte an das "Millionengrab" Köln-Godorf, einem "Abenteuerprojekt", das von "Größenwahn" zeuge. "Wenn der Lippe-Mündungsraum so ein Hotspot wäre, dann wäre da doch jetzt schon mehr los als zurzeit", meinte der Vorstandsvorsitzende der Duisburger Hafen AG. Eine offene Kritik etwa am dümpelnden Rhein-Lippe-Hafen. Um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, brauche man auch keine Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für einen derartigen Masterplan. Staake glaubt schon eher an das neue "Logport Rhein-Ruhr" auf einem Gelände an der A 3 in Oberhausen.

Der Duisburger argumentiert aus einer Position relativer Stärke, denn die wirtschaftliche Krise hat duisport recht gut überstanden. Darauf hatte in Wesel kürzlich IHK-Präsident Burkhard Landers ausdrücklich hingewiesen. Trotz des Einbruchs beim Güterumschlag um 19 Prozent 2009, der vor allem auf den Rückgang bei Kohle und Stahl (jeweils minus 40 Prozent) zurückzuführen war, wartete die Hafengruppe mit erfreulichen Zahlen auf.

So stieg die Gesamtleistung auf 145 Millionen Euro; der Ertrag vor Zinsen, Steuern und Abgaben noch einmal um 7,5 Prozent auf 27,3 Millionen Euro. Das ist das beste operative Ergebnis der Firmengeschichte. Das Ergebnis vor Ertragssteuern ging dagegen von 8,8 Millionen Euro auf 7,7 Millionen Euro zurück. Für 2010 rechnet Staake mit einem zweistelligen Wachstum.

Schon die ersten zwei Monate dieses Jahres deuteten darauf hin. Rund 100 Millionen Euro will die duisport-Gruppe in den nächsten drei Jahren investieren. Ein Teil davon fließt möglicherweise in den Rheinpreußenhafen, denn viele Expansionsflächen gibt es in Duisburg für Logistik nicht mehr.

Quelle: RP

 
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